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Bundesverdienstkreuz für Pflegewissenschaftlerin Doris Schiemann aus Osnabrück

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Doris Schiemann das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter überreichte der ehemaligen Professorin der Hochschule Osnabrück die Auszeichnung am 21. September im Rathaus. Gewürdigt wird ihre Pionierarbeit bei der Akademisierung der Pflege und beim Aufbau des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung (DNQP).

Prof. Dr. Doris Schiemann
Prof. Dr. Doris Schiemann ist für ihre jahrzehntelange Pionierarbeit in der Pflegewissenschaft mit der höchsten staatlichen Auszeichnung geehrt worden. Foto: Hochschule Osnabrück

Für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Pflegewissenschaft erhielt Schiemann die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Von 1992 bis 2012 war sie Professorin für Pflegewissenschaft an der Hochschule Osnabrück. Hochschul-Präsident Prof. Dr. Alexander Schmehmann erklärte, Schiemann habe „mit ihrer Pionierarbeit Maßstäbe bei der Akademisierung der Pflege in Deutschland gesetzt“ und die Entwicklung der bundesweit ersten Pflegestudiengänge an der Hochschule Osnabrück maßgeblich vorangetrieben.

Aufbau des DNQP und erste Expertenstandards

Wie die Hochschule Osnabrück mitteilt, begann Schiemann 1992 mit dem Aufbau des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) an der Hochschule Osnabrück, das sie bis zu ihrer Emeritierung 2012 leitete. Ende der Neunzigerjahre startete das DNQP mit der Entwicklung der ersten evidenzbasierten Expertenstandards in Kooperation mit dem Deutschen Pflegerat. Bis 2012 wurden sieben Standards zu Themen wie Dekubitus, Sturzprophylaxe, Schmerzzuständen und chronischen Wunden veröffentlicht.

Beratung für WHO und UNICEF

Schiemann war zudem Mitglied im Ethikrat des Bundesministeriums für Gesundheit (1999–2002) sowie in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien tätig, unter anderem als Beraterin der Weltgesundheitsorganisation WHO und beim Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF. In ihrer Dankesrede sagte Schiemann, sie sehe sich „stellvertretend für meine Kolleginnen und Kollegen an der Hochschule Osnabrück geehrt“, die mit ihr über drei Jahrzehnte den Stein für die Akademisierung und Professionalisierung der Pflege ins Rollen gebracht hätten. 2005 wurde sie mit der Agnes Karll Medaille des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe ausgezeichnet, 2007 folgte der Deutsche Pflegepreis des Deutschen Pflegerats.

Würde des Menschen im Mittelpunkt

Bei der Feierstunde im Osnabrücker Rathaus betonte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, dass es Schiemann bei der Standardisierung der Pflege nie zuvorderst um Effizienz oder Kostenreduktion gegangen sei, sondern um die Würde des Menschen. „Gute Pflege darf nicht an der Kassenlage scheitern“, fasste Pötter die Haltung der Wissenschaftlerin zusammen.

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