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AOK Hessen zeichnet vier Pflegekräfte mit Empathie-Award aus

Mit Herz statt Stoppuhr: AOK Hessen zeichnet vier Pflegeheld:innen aus. Sie überzeugten fachlich und menschlich mit ganz unterschiedlichen Ideen – vom geschützten Garten für demenzkranke Bewohner über liebevoll gestaltete Wohnbereiche bis zur Spendenaktion für einen verwahrlosten Schlaganfallpatienten.

Herz Fürsorge Pflege
Zum achten Mal hat die AOK Hessen den Empathie-Award Pflege vergeben. Foto: AdobeStock/ StockerThings

Zum achten Mal hat die AOK Hessen den Empathie-Award Pflege vergeben. Vier Menschen aus Hessen erhielten Auszeichnungen im Gesamtwert von 6.000 Euro. Das Konzept des Preises sieht vor, dass Betroffene, Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen Pflegekräfte nominieren, die sich durch besondere Zugewandtheit auszeichnen. Anhand konkreter Beispiele sollen die Nominierenden zeigen, dass die vorgeschlagene Person nicht nur fachlich kompetent arbeitet, sondern auch auf menschlicher Ebene überzeugt.

Eine der Ausgezeichneten ist Cornelia Hinrichs aus Lampertheim. Laut AOK Hessen arbeitet sie seit 2002 im Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung und ist dort für drei Stationen mit etwa 36 Bewohnerinnen und Bewohnern verantwortlich. Bereits als Jugendliche habe sie aushilfsweise in einer Klinik gearbeitet. „Man muss Feingefühl besitzen für diesen Beruf. Alte Menschen verhalten sich anders. Und es geht darum, ihnen ein Zuhause zu bieten“, wird Hinrichs in der Mitteilung zitiert. Ihr Anliegen sei es vor allem, dass die Menschen in Würde sterben können.

Die zweite Preisträgerin ist die 61-jährige Dagmar Schreck aus Oberursel. Sie pflegt laut AOK Hessen seit 2007 und leitet einen kompletten Wohnbereich. Besonders hervorzuheben sei ihr Engagement für demenzkranke Bewohner: Sie habe ein separat eingezäuntes Gartenstück mit Rundweg konzipiert, damit diese Menschen mehr Zeit im Freien verbringen können. Darüber hinaus dekoriere sie gemeinsam mit den Bewohnern die Räumlichkeiten jahreszeitlich, bastle mit ihnen und erledige gelegentlich Einkäufe sowie Näharbeiten. „Ich habe ein Auge auch für kleine Dinge. Wenn mal ein Schuh nicht richtig sitzt, die Person das aber nicht beheben kann, helfe ich aus“, erklärt Schreck laut der Pressemitteilung.

Vom Werkzeugmacher zum Pfleger

Der dritte Preisträger, Silvio Zschaage aus Zierenberg, kam auf ungewöhnlichem Weg in die Pflege. Der gelernte Werkzeugmacher lernte den Beruf laut AOK Hessen in den 1990er-Jahren während seines Zivildienstes kennen. Er blieb, absolvierte eine Ausbildung und bezeichnet die Pflege als „zutiefst erfüllenden Beruf“. Zschaage arbeitet nach dem Prinzip der Salutogenese, bei dem die vorhandenen Ressourcen eines Menschen im Vordergrund stehen. „Ich schaue immer, welche Ressourcen ein Mensch noch hat und nicht, wie krank er ist“, fasst er seinen Ansatz zusammen. Er beobachte zudem, dass demenzkranke Bewohner immer jünger würden und auffallend viele keine Angehörigen mehr hätten.

Preis für Mitarbeiterin ohne Pflegeausbildung

Eine Besonderheit stellt die vierte Preisträgerin dar: Derya Sahin aus Neu-Isenburg ist keine ausgebildete Pflegefachkraft. Seit 2018 ist sie laut AOK Hessen in einem Pflegedienst tätig, wo sie Termine koordiniert, Krankentransporte organisiert und Menschen besucht, die in ein Pflegeheim gewechselt sind. Ihre außergewöhnliche Hilfsbereitschaft zeigte sich der Mitteilung zufolge besonders in einem Fall vor einigen Monaten: Ein Mann Ende fünfzig wurde nach einem Schlaganfall in seiner verwahrlosten Wohnung aufgefunden. Sahin organisierte daraufhin nicht nur einen vierstündigen Putzmarathon, sondern startete auch eine Spendenaktion auf Facebook, um dem Betroffenen zu helfen.