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Barmer: Zahnärztliche Vorsorge bei Pflegebedürftigen oft lückenhaft

Pflegebedürftige haben Anspruch auf zusätzliche Betreuung durch Zahnärzte. Doch vor allem bei Menschen, die zu Hause gepflegt werden, bleibt diese Möglichkeit laut der Barmer Ersatzkasse oft ungenutzt.

Die Präventionsleistungen bei Pflegebedürftigen können auch bei Hausbesuchen erfolgen. Foto: Ingo Bartussek/AdobeStock

Nur wenige Pflegebedürftige bekommen einer Erhebung zufolge eine vollumfängliche zahnärztliche Betreuung. Im Jahr 2024 hätten 34,6 Prozent der Menschen in Pflegeheimen und 3,3 Prozent der Menschen in häuslicher Pflege die speziellen Zusatzangebote für Pflegebedürftige genutzt, erklärte die Barmer Ersatzkasse am Dienstag in Berlin.

Seit 2018 können Zahnärztinnen und Zahnärzte zusätzliche Präventionsleistungen bei Pflegebedürftigen mit den Kassen abrechnen. Dabei kann in jedem Halbjahr eine Erfassung der Mundgesundheit erfolgen. Zudem gibt es Tipps zum Vermeiden von Zahnerkrankungen und Anleitungen für die Reinigung. Hintergrund der zusätzlichen Leistungen ist nach Angaben der Barmer, dass Probleme mit Zähnen, Prothesen oder dem Zahnfleisch das Essen erschweren können, was für Pflegebedürftige besonders problematisch ist.

Versorgung oft bei Arztbesuch im Pflegeheim

Die Vorsorge kann auch bei Hausbesuchen erfolgen. Bei Menschen in Pflegeheimen kamen die Zahnärzte und -ärztinnen den Barmer-Daten zufolge in gut 80 Prozent der Fälle zu ihren Patientinnen und Patienten. Fast immer bestand dabei ein Kooperationsvertrag zwischen Heim und Praxis. Die Barmer riet Heimbeitreibern deswegen dazu, solche Verträge abzuschließen. Bei den ambulant Gepflegten lag die Hausbesuchsquote 2024 bei knapp sieben Prozent.

Außerdem zeigte die Datenauswertung große regionale Unterschiede. In Niedersachsen kam die zusätzliche Vorsorge laut den Barmer-Zahlen zuletzt nur 16,8 Prozent der Menschen in Pflegeheimen zugute, während es in Berlin 45,5 Prozent waren. Bei den Menschen in häuslicher Pflege reichte die Quote 2024 von 1,1 Prozent im Saarland bis 9,0 Prozent in Sachsen.

Für den „Zahnreport“ wertete die Barmer Abrechnungsdaten ihrer Versicherten ab 65 Jahren anonymisiert aus. Untersucht wurde der Zeitraum von 2013 bis 2024.