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Hamburg: Zweite Wohn-Pflege-Gemeinschaft für jüngere Schlaganfall-Betroffene entsteht

Das Haus für morgen hat in Hamburg-Groß Borstel Richtfest für seine zweite Wohn-Pflege-Gemeinschaft für jüngere Schlaganfall-Betroffene gefeiert. Bauherrin ist die Hildegard und Horst Röder-Stiftung, die Eröffnung ist nach Angaben des Trägers für Frühjahr 2027 geplant. Das Projekt zählt zu den wenigen spezialisierten Angeboten in Deutschland für Menschen zwischen 18 und 60 Jahren nach einem Schlaganfall.

Dr. Nils Koffka von der Hildegard und Horst Röder-Stiftung und Barbara Wentzel, Gründerin des Haus für morgen, vor dem Neubau der zweiten Wohn-Pflege-Gemeinschaft für jüngere Schlaganfall-Betroffene in Hamburg-Groß Borstel.

In der neuen Einrichtung sollen künftig zehn Bewohnerinnen und Bewohner zwischen 18 und 60 Jahren leben. Das Konzept verbindet laut Mitteilung professionelle Betreuung mit Gemeinschaft, individueller Förderung und aktiver Alltagsgestaltung. Ziel sei es, die Betroffenen auf ihrem Weg zurück in ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu begleiten. Am Richtfest nahmen nach Angaben des Trägers Gäste aus Politik, Gesundheitswesen und Sozialwirtschaft teil.

Versorgungslücke bei jüngeren Betroffenen

Nach Angaben des Vereins erleiden in Deutschland jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall, etwa 30.000 davon sind unter 55 Jahre alt. Für diese Altersgruppe fehlten bislang passende Wohn- und Betreuungsangebote. Viele Betroffene fänden sich nach Krankenhaus und Reha in klassischen Pflegeeinrichtungen wieder, obwohl sie mitten im Berufs- und Familienleben stünden.

Erste Einrichtung bereits seit 2020

Bereits 2020 hatte das Haus für morgen seine erste Wohn-Pflege-Gemeinschaft in Hamburg-St. Georg eröffnet. „Wir sind überzeugt, dass hier ein Ort entsteht, der gezielt auf die Bedürfnisse jüngerer Schlaganfall-Betroffener eingeht und ihnen neue Wege eröffnet“, sagte Dr. Nils Koffka für die Hildegard und Horst Röder-Stiftung. Barbara Wentzel, Gründerin des Haus für morgen e. V., erklärte: „Dass wir heute bereits das zweite Haus bauen dürfen, zeigt: Diese Vision trägt.“ Zugleich verwies sie auf finanzielle und strukturelle Grenzen, an die innovative Wohnformen im bestehenden System häufig stießen.

Die Schriftstellerin Ulla Hahn übernimmt nach Angaben des Vereins die Schirmherrschaft für das Haus für morgen. Wentzel zitierte beim Richtfest aus einer Botschaft der neuen Schirmherrin: „Ein Haus wie dieses ist mehr als ein Gebäude. Es ist ein Versprechen darauf, dass Würde nicht verloren geht.“

Hintergrund: Der Verein Haus für morgen wurde 2017 gegründet, nachdem es für jüngere Schlaganfall-Betroffene kaum passende Angebote gab. 2020 eröffnete die erste Wohn-Pflege-Gemeinschaft in Hamburg-St. Georg. Das Konzept verbindet professionelle Betreuung mit Gemeinschaft und gezielter Förderung im Alltag.

Die Hildegard und Horst Röder-Stiftung engagiert sich seit mehr als 30 Jahren für Menschen in Not in der Metropolregion Hamburg. Neben der direkten Einzelfallhilfe und der Förderung sozialer Projekte ist sie auch im Bereich der Sozialimmobilien tätig.