Management

Konzepte für eine sichere Pflegezukunft

Die Weichen für eine gesicherte pflegerische Versorgung müssen heute gestellt werden, sagt Prof. Dr. Thomas Druyen, Soziologe und Präsident der Opta Data Zukunftsstiftung auf der ALTENPFLEGE 2024.

Sie wollen Konzepte schaffen, um die pflegerische Versorgung von morgen zu sichern: Melanie Grünwald, Stefan Schleicher, Prof. Dr. Thomas Druyen, Philipp Seifert und Moderator Lukas Sander. Foto: Tim Walter

Druyen, Zukunftsforscher, Direktor und Gründer des Institutes für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement an der Sigmund Freud PrivatUniversität in Wien, sowie ehemalige Gewinner:innen des Häusliche Pflege Innovationspreises diskutierten im Rahmen des opta data Zukunftsforums in der ALTENPFLEGE arena, welche Mittel und Wege eigentlich zur Verfügung stehen, um die professionelle Altenhilfe auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Das Softwarehaus opta data ist seit vielen Jahren Partner und Sponsor des Preises.

„Die Babyboomer führen aktuell das Land und ein großer Teil der Politik besteht aus ihnen, dazu gehören beispielsweise der Bundespräsident, der Bundeskanzler und auch unser Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach“, so Druyen. Doch wem gehört die Zukunft? „Eigentlich denen unter 30, die haben aber kaum Mitspracherecht. Es ist eine systemische Veränderung notwendig, wenn wir die Probleme, die mit dem Renteneintritt der Babyboomer auffangen wollen.“ 19 Millionen Menschen gingen  in den nächsten Jahren in Rente, diese fehlten dann als Arbeitskräfte und müssten ggf. versorgt werden. „Es liegt an uns, anders mit den Dingen umzugehen und auch Veränderung voranzutreiben.“ Schließlich sei das Alter heute, anders als in der Vergangenheit, die längste aller Lebensphasen.

Der (fast) papierlose Pflegedienst

Philipp Seifert gewann mit seinem Konzept „Der (fast) papierlose Pflegedienst“ 2019 den Häusliche Pflege Innovationspreis und schaffte es . Heute ist der Geschäftsführende Gesellschafter von PflegeButler Mitte GmbH und der Seifert & Trauernicht Beratungsgesellschaft unter anderem Mitglied des Expertenrates im Gemeinsamen Bundesausschuss. Sein Credo: digital first. Von Anfang an sollte die Arbeit in seinem Pflegedienst proVida digital ablaufen, per App, per Tablet und per Schnittstelle für externe Akteuere. Heute können die Mitarbeitenden schnell und flexibel auf Herausforderungen reagieren, teils sogar im Homeoffice und grundsätzlich örtlich ungebunden. 2021 gelang ihm mit „Azubi – Next Level“ ein erneuter Gewinn. Generalistisch ausgebildete Auszubildende sollten durch verbesserte Rahmenbedingungen in die ambulante Altenpflege geholt oder dort gehalten werden. Zu den verbesserten Bedingungen zählten dienstliche iPads, Ausflüge, ein Coach, Arbeit mit VR-Brillen sowie künstlicher Intelligenz und viele weitere Annehmlichkeiten. So konnte die Auszubildendenquote bis heute von 5 Prozent auf fast 40 Prozent angehoben werden. „Heute haben wir mehr Bewerber:innen, als wir annehmen können“, so Seifert.

Kurzzeitpflege daheim

Melanie Grünwald und Stefan Schleicher, machten es Seifert nach und gewannen ebenfalls einen Häusliche Pflege Innovationspreis – sie wurden 2020 für ihr Konzept „Kurzzeitpflege daheim“ ausgezeichnet. „Die Trennung von ambulant und stationär ist mittlerweile überholt“, sagt Schleicher. Die Kurzzeitpflege soll ein Entlastungsangebot in einer Branche am Limit sein. Doch sind die Plätze rar. Im Gewinnerkonzept verknüpften die Unternehmensberater:innen die „24-Stunden-Pflege“ mit der Kurzzeitpflege. „Eine Pflegekraft zieht dabei für die Zeit der Kurzzeitpflege bei der pflegebedürftigen Person ein und ersetzt im Grunde pflegende Angehörige 1:1“, erklärt Schleicher.

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