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Rummelsberger Diakonie zieht Bilanz nach einem Jahr Fachkräfte-Anwerbung aus dem Ausland
Das Zentrum für Gewinnung und Integration internationaler Mitarbeitender setzt auf eigene Strukturen und kirchliche Netzwerke, um dem Pflegenotstand zu begegnen. Für 2026 plant die Einrichtung die Anwerbung von 65 Fachkräften.
Seit einem Jahr betreibt die Rummelsberger Diakonie ein eigenes Zentrum für die Gewinnung und Integration internationaler Mitarbeitender, kurz ZIM. Unter der Leitung von Diakonin Heidrun Martini und der Koordination von Manuela Schiller soll die Einrichtung Pflegefachkräfte aus dem Ausland anwerben und bei ihrer Ankunft in Deutschland begleiten. Laut der Rummelsberger Diakonie wurde die Arbeit auch durch eine Spende ermöglicht, die unter anderem die Stelle von Mitarbeiterin Yuliya Malasnova mitfinanziert.
Die Diakonie verzichtet dabei bewusst auf kommerzielle Vermittlungsagenturen, die laut eigenen Angaben pro Fall fünfstellige Beträge verlangen können. Stattdessen kooperiert das ZIM mit kirchlichen Partnern – insbesondere der lutherischen Kirche in Marokko und Kenia – sowie mit der Deutschen Außenhandelskammer. Über diese Kanäle laufen auch die Anerkennung beruflicher Qualifikationen und das beschleunigte Fachkräfteverfahren.
Von der Kontaktaufnahme bis zur Ankunft vergehen sechs Monate
Der Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Ankunft einer neuen Mitarbeiterin dauert laut Schiller in der Regel rund sechs Monate. Für das kommende Jahr rechnet die Rummelsberger Diakonie mit einem Bedarf von 65 neuen Mitarbeitenden aus dem Ausland. Ab 2027 werde der Bedarf noch steigen – dann auch verstärkt für Auszubildende und Praktikanten, heißt es.
Das ZIM begleitet den gesamten Prozess von der Anwerbung bis zur Ankunft. Mitarbeitende holen neue Kolleginnen und Kollegen teilweise direkt am Flughafen ab. „Diese Erfahrungen wollen wir im ZIM zusammenführen und langfristig einheitliche Standards schaffen“, sagt Schiller. Neben der fachlichen Einarbeitung gehöre auch kulturelles Lernen dazu. In Kursen wie „Gutes Miteinander im Team“ werde geübt, wie Feedback- und Kritikgespräche besser gelingen könnten – auf beiden Seiten, so Schiller.
Demografischer Wandel als Treiber der Strategie
Für Karl Schulz, Vorstand Dienste der Rummelsberger Diakonie, ist das ZIM Teil einer langfristigen Strategie gegen den Fachkräftemangel in der Pflege. „Der demografische Wandel und die bevorstehende Verrentung der Babyboomer-Generation verschärfen den Fachkräftemangel enorm“, sagt Schulz. Wichtige Erfolgsfaktoren seien eine ganzheitliche Integration – fachlich, sozial und kulturell –, die Zusammenarbeit mit Behörden und der Erfahrungsschatz der Teams.
Der Integrationsprozess beginne bereits im Ausland, erklärt Schulz. Nach der Ankunft in Deutschland werde die Person abgeholt, begleitet und unterstützt – bis hin zur Freizeitgestaltung. „Nur so entsteht echte Zugehörigkeit“, so Schulz. Offene Kommunikation und Transparenz innerhalb der Teams seien entscheidend, um Vorurteile abzubauen. Auch kleine Gesten machten einen Unterschied: Schiller berichtet von einem Einrichtungsleiter, der einen neuen Mitarbeitenden persönlich zum örtlichen Fußballverein begleitet habe.
Für die Zukunft wünschen sich Schiller und Schulz, dass Zuwanderung in Bayern und Deutschland selbstverständlicher werde. „Wir sind längst ein Einwanderungsland“, betont Schulz. Die Aufgabe sei es, Integration so zu gestalten, dass Menschen nicht nur arbeiten, sondern wirklich ankommen.
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