Management
Unterstützung bei Vergütungsverhandlungen notwendig
Die wirtschaftliche Situation ambulanter Pflegedienste in Deutschland spitzt sich weiter zu, wie der aktuelle Wirtschaftsmonitor der ETL ADVISION deutlich macht. Bereits 2023 fehlten den ambulanten Pflegeeinrichtungen im Vergleich zu 2020 über fünf Prozent Umsatzwachstum, das notwendig wäre, um Lohnsteigerungen und grundlegende Investitionen zu decken.
Der kürzlich veröffentlichte „Wirtschaftsmonitor ambulante Pflege“ der ETL ADVISION zeigt auf, wie prekär die wirtschaftliche Situation vieler ambulanter Pflegedienste in Deutschland inzwischen ist. Im Fokus des Berichts steht die wirtschaftliche Entwicklung der Branche von 2020 bis 2023. In dieser Zeit sind die ohnehin knappen finanziellen Reserven vieler Pflegeeinrichtungen durch gesetzliche Lohnanpassungen und hohe Personal- sowie Investitionskosten weiter geschrumpft.
Der Wirtschaftsmonitor dokumentiert, dass die Personalkostenquote – also der Anteil der Personalkosten am Jahresumsatz – von 2020 bis 2023 um 4,59 Prozentpunkte gestiegen ist. Dabei entfiel der größte Anstieg mit 2,55 Prozentpunkten auf das Jahr nach Einführung der Tariftreuepflicht. Viele Pflegedienste setzen die geforderten Lohnerhöhungen für Pflegekräfte um, erhalten jedoch die gesetzlich zugesagte Refinanzierung nur teilweise und oft mit erheblichen Verzögerungen. Diese Diskrepanz führt zu einer Schieflage zwischen Einnahmen und Ausgaben, die in einer Branche, die ohnehin unter starkem finanziellen Druck steht, kaum aufgefangen werden kann.
Neben den Personalkosten ist vor allem die Liquidität ein entscheidender Punkt, der im Bericht angesprochen wird. Laut dem Wirtschaftsmonitor haben die gestiegenen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten und Kreditinstituten in Kombination mit den stagnierenden Einnahmen zu erheblichen Liquiditätsproblemen geführt. Bereits 2023 fehlten den Pflegeeinrichtungen im Vergleich zu 2020 über fünf Prozent Umsatzwachstum, das notwendig wäre, um Lohnsteigerungen und grundlegende Investitionen zu decken.
Die Finanzlage der Branche ist derart angespannt, dass Banken zunehmend Kreditanfragen aus dem Pflegebereich ablehnen oder nur unter erschwerten Bedingungen gewähren, heißt es im Wirtschaftsmonitor.
Der ETL ADVISION Wirtschaftsmonitor ambulante Pflege beschränkt sich dabei nicht nur auf die Aufbereitung und Darstellung der verschiedenen Kennzahlen, sondern gibt Pflegebetrieben auch konkrete Handlungsempfehlungen, mit deren Hilfe sie die finanzielle Lage verbessern und die Betriebsfähigkeit ihres Unternehmens sichern können.
„Die wirtschaftliche Lage der ambulanten Pflege ist alarmierend“, resümiert Janine Peine, Leitung ETL ADVISION. „Immer mehr Einrichtungen sind existenzgefährdet. Die steigenden Personalkostenquoten bedeuten sinkende Rentabilität, die sich wiederum negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirkt. Ein Teufelskreis, bei dem insbesondere die kleinen und mittleren Einrichtungen starke Partner zur Durchsetzung ihrer Vergütungsansprüche benötigen, um handlungsfähig zu bleiben und die Versorgung langfristig zu sichern.“
Ein gut organisiertes Finanzcontrolling auf Basis der Pflegebuchführungsverordnung ist für Peine die Grundlage für erfolgreiche Vergütungsverhandlungen mit den Kostenträgern. Diese Verhandlungen seien oft komplex und erfordern fundierte Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Verhandlungsgeschick. „Eine professionelle Begleitung durch erfahrene Berater kann Sicherheit im Verhandlungsprozess bieten und die Durchsetzung von Refinanzierungs- und weiteren Vergütungsansprüchen deutlich steigern“, rät die Steuerberaterin im Wirtschaftsmonitor.
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