Recht

Wie ambulante Pflegedienste rechtssicher und effizient zu ihrem Geld kommen

Die Herausforderungen in der ambulanten Pflege sind vielfältig – und zunehmend juristisch geprägt. Vor allem das Verhalten der Krankenkassen und Sozialhilfeträger sorgt vielerorts für Frust: „Das zögerliche Zahlungsverhalten hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschärft“, sagt Prof. Ronald Richter. Bei LUNA – Leitkongress und Netzwerkplattform ambulant – am 10. und 11. September 2025 in Essen widmet sich der erfahrene Jurist und Referent daher einem besonders praxisrelevanten Thema: Wie lassen sich berechtigte Forderungen gegenüber Kassen und Kostenträgern effektiv durchsetzen?

Prof. Ronald Richter refiertet beim Kongress LUNA in Essen. Foto: Tom Pingel

Richter, der seit vielen Jahren Pflegeeinrichtungen rechtlich berät, spricht im Interview von einem „beherrschenden Thema“: Immer häufiger müssen Pflegedienste für bereits erbrachte Leistungen monatelang auf ihr Geld warten. Auch das Genehmigungsmanagement bei der häuslichen Krankenpflege verschärft die Lage. „Die Zahl der Ablehnungen und Befristungen nach § 37 SGB V hat neue Höchststände erreicht“, so Richter. Häufig warteten die Dienste vergeblich auf eine zeitnahe Entscheidung – oder müssten sich mit formalen Ablehnungen auseinandersetzen. „In dieser Gemengelage wird es umso wichtiger, professionell, rechtssicher und zeitsparend zu agieren.“

Prozesse straffen – Handlungssicherheit stärken

Was bedeutet das konkret für die Teilnehmenden des Kongresses? Prof. Richter will nicht nur über Probleme reden – sondern mit den Anwesenden direkt an deren Lösung arbeiten. „Wir werden gemeinsam eine Prozessanleitung erarbeiten, die individuell auf die jeweiligen Pflegedienste zugeschnitten ist“, kündigt er an. Ziel sei es, sowohl das Mahnwesen als auch das Verordnungsmanagement strukturiert und effizient in den beruflichen Alltag zu integrieren. Im Fokus stehen dabei praxisnahe Werkzeuge, rechtlich abgesicherte Abläufe und vor allem: Handlungssicherheit.

Serviceangebote und konkrete Unterstützung

Ein weiterer Schwerpunkt seines Slots ist das sogenannte „Servicemodul hp-widerspruch“ – ein Unterstützungsangebot, das Pflegeeinrichtungen hilft, bei Ablehnungen zügig und wirksam Widerspruch einzulegen. „Ich möchte die Teilnehmenden ermuntern, sich aktiv mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen. Denn zu viele Einrichtungen verzichten noch immer auf ihr gutes Recht – schlicht aus Mangel an Zeit oder juristischer Expertise.“

Klartext und konkrete Impulse

Wer beim Kongress LUNA auf rechtliche Fachbegriffe und abstrakte Theorien hofft, ist bei Prof. Richter vermutlich falsch. Dafür spricht er Klartext – und hat den beruflichen Alltag seiner Zuhörerinnen und Zuhörer fest im Blick. Sein Vortrag verspricht vor allem eines: Konkrete Impulse für mehr Struktur, mehr Effizienz – und ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber Kassen und Kostenträgern.

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