Management
Wie Geschäftsführung und PDL die Finanzen im Pflegedienst aktiv steuern können
In vielen ambulanten Pflegediensten schlummern wirtschaftliche Risiken – oft unbemerkt oder verdrängt. Reiner Berg, Steuerberater mit Spezialisierung auf ambulante Pflegeunternehmen, will das ändern. Beim LUNA-Kongress – Leitkongress und Netzwerkplattform für die ambulante Pflege – am 10. und 11. September 2025 in Essen zeigt er, wie Inhaber, Geschäftsführer und Pflegedienstleitungen (PDL) die finanzielle Lage ihres Betriebs fundiert analysieren und aktiv gestalten können.
Unter dem Titel „Finanzierung sichern in herausfordernden Zeiten“ spricht Berg Klartext: „Oft wird das Thema Finanzierung aufgeschoben oder delegiert – dabei gehört es zur zentralen Verantwortung der Geschäftsführung.“ Viele Einrichtungen der ambulanten Pflege und der außerklinischen Intensivpflege erkennen die eigene finanzielle Schieflage erst spät, weil die nötigen Grundlagen fehlen – oder weil wirtschaftliche Kennzahlen nicht verstanden oder eingeordnet werden können.
Die Unternehmensfinanzen im Griff behalten
Im ersten Teil seines Vortrags vermittelt Reiner Berg praxisnahe Grundlagen zur Unternehmensfinanzierung. Dabei geht es nicht um trockene Theorie, sondern um konkrete Fragen: Wie erkenne ich rechtzeitig, ob mein Pflegedienst finanziell gesund aufgestellt ist? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Ertragslage, Finanzstatus und Investitionen? Und wie kann ich aus der Finanzbuchhaltung (z. B. BWA, Statusbilanzen) aussagekräftige Schlüsse ziehen?
Sein Ziel: „Die Teilnehmenden sollen in der Lage sein, ihre eigene Situation realistisch einzuschätzen – und Investitionen betriebsindividuell optimal zu finanzieren.“
Betriebsführung ist kein Zauberwerk
Im zweiten Vortrag „Wirtschaftliche Betriebsführung ist kein Zauberwerk“ rückt Berg die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) erneut in den Mittelpunkt – diesmal mit Blick auf die Steuerung im Alltag. Dabei richtet sich der Fokus ausdrücklich nicht nur an Geschäftsführer, sondern auch an PDLs: „Optimal ist es, wenn Geschäftsführung und PDL gemeinsam auf die Zahlen schauen – und im Gespräch bleiben“, so Berg.
Die Teilnehmenden lernen einfache, aber wirkungsvolle Steuerungsinstrumente kennen – verbunden mit klaren Handlungsempfehlungen. „Ziel ist, Wirtschaftlichkeitspotenziale zu erkennen und schnell umsetzbare Maßnahmen einzuleiten“, erklärt er.
Steuerung durch BWA und Pflegesoftware
Wichtig ist ihm auch die Verbindung zur praktischen Arbeit im Pflegedienst: Die Controlling-Instrumente der Pflegesoftware und die BWA werden verständlich gemacht, ihre Ergebnisse nachvollziehbar, messbar und transparent dargestellt. „So entsteht ein echtes Steuerungswissen – kein Zahlenfriedhof“, betont Berg. Wer seine wirtschaftlichen Grundlagen kennt, kann auch unter schwierigen Rahmenbedingungen strategisch agieren – statt nur zu reagieren.
Netzwerkplattform für Führungskräfte
Für Reiner Berg ist die LUNA eine zentrale Plattform für Leitungskräfte, um Impulse zu erhalten und in den Austausch zu kommen. Besonders schätzt er die Mischung aus vertrauten Gesichtern und neuen Kontakten: „Hier entsteht ein Erfahrungsaustausch, der weit über den Kongress hinaus Wirkung zeigt.“
Sein Fazit zur Veranstaltung bringt er auf den Punkt: „Ein Muss fürs Management, die Leitung und Geschäftsführung, um auf dem Laufenden zu bleiben und um Impulse zu unterschiedlichsten Themen zu bekommen.“
Mehr zum Kongress finden Sie auf der Eventwebsite
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