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32-Stunden-Woche beim DRK Sangerhausen: Weniger arbeiten, volles Gehalt

Beim DRK Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) wird die Wochenarbeitszeit zum Jahreswechsel auf 32 Stunden verkürzt – bei vollem Lohnausgleich. So sollen die Beschäftigten entlastet und der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden.

Pflegepersonal
Personalmangel gibt es im DRK-Pflegeheim in Sangerhausen nicht mehr. Seit dort zunächst die 36-Stunden-Woche eingeführt wurde, kann sich die Einrichtung vor Bewerbungen kaum retten. Nun kommt bald die 32-Stunden-Woche bei vollem Gehalt. (Symbolbild) Foto: AdobeStock/Rawpixel.com

Die rund 470 Beschäftigten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sangerhausen arbeiten bereits seit einiger Zeit in einer Vier-Tage-Woche. Bisher galt eine Wochenarbeitszeit von 36 Stunden, was häufig Neun-Stunden-Schichten bedeutete, wie die Gewerkschaft verdi berichtet. „Diese Schichten ziehen sich wie Kaugummi“, berichtet Betriebsratsvorsitzende Christina Kreft der verdi-Redaktion. Deshalb sei die nun von verdi erreichte Tarifeinigung „sehnlichst herbeigesehnt“ worden. Ab dem Jahreswechsel sinkt dem Bericht nach die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich auf 32 Stunden.

„2023 haben wir die Vier-Tage-Woche beim DRK Sangerhausen eingeführt – stets mit dem Plan, die Arbeitszeit im zweiten Schritt auf 32 Stunden zu verkürzen. Das setzen wir jetzt konsequent um“, erklärt verdi-Verhandlungsführer Bernd Becker.

Christina Kreft sieht die Veränderungen positiv. „Seit wir die Vier-Tage-Woche eingeführt haben, können wir uns vor Bewerbungen kaum retten“, berichtet die Krankenschwester. Während in anderen Pflegeeinrichtungen im südwestlichen Sachsen-Anhalt zum Teil noch an sechs Tagen pro Woche gearbeitet wird, bieten die ambulanten und stationären Dienste des DRK Sangerhausen deutlich attraktivere Bedingungen.

Neben kürzeren Arbeitszeiten profitieren die Beschäftigten auch von einer besseren Bezahlung: Reinigungskräfte verdienen dort ab dem kommenden Jahr laut Tarifvertrag mindestens 19 Euro pro Stunde – rund fünf Euro mehr als der gesetzliche Mindestlohn. Sorgen, dass die Arbeitszeitverkürzung zu höherer Belastung führen könnte, hat Kreft nicht. „Wir werden darauf achten, dass entsprechend neues Personal eingestellt wird“, betont die Betriebsrätin.

Mehr Erholung ermöglicht zudem die Kombination aus kürzerer Arbeitszeit und unverändert 29 Urlaubstagen. Bei einer Vier-Tage-Woche entspricht das mehr als sieben Wochen frei im Jahr. „Das alles kommt bei den Kolleginnen und Kollegen super an“, sagt Christina Kreft. „Andere Arbeitgeber sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Denn gute Pflege gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen.“