Personal

Studie: Fachkräftelücke verringert sich um knapp zehn Prozent

Die Fachkräftelücke in Deutschland hat sich im Jahr 2023 leicht verringert. 570 000 offene Stellen konnten nicht mit passend qualifizierten Kandidaten besetzt werden. Das sind 62 000 und damit knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtete das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) am Freitag. 2022 hatte der Fachkräftemangel den höchsten Stand seit Beginn des Beobachtungszeitraums im Jahr 2010 erreicht. 

"Trotz ihres Rückgangs ist die Fachkräftelücke weiterhin auf einem sehr hohen Niveau", sagte Studienautor Jurek Tiedemann vom Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung. Foto: Adobe Stock/kwarner

Dass die Zahlen gesunken sind, ist der Untersuchung zufolge kein Zeichen für Erholung. Aufgrund der eingetrübten Konjunktur habe es mehr arbeitslose qualifizierte Fachkräfte und weniger offene Stellen gegeben. „Trotz ihres Rückgangs ist die Fachkräftelücke weiterhin auf einem sehr hohen Niveau“, sagte Studienautor Jurek Tiedemann. Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage sei 2024 erneut mit einer Verringerung zu rechnen, bei einem Aufschwung dagegen mit einem rapiden Anstieg.

In der Gesundheits- und Krankenpflege fehlten im vergangenen Jahr 17 656 Fachkräfte, in der Kinderbetreuung und -erziehung waren 30 311 Stellen unbesetzt – so viele wie in keinem anderen Beruf. „Um mehr Menschen für eine Tätigkeit in diesem Berufsbereich zu gewinnen, ist es wichtig, die Berufe attraktiver zu gestalten“, so Tiedemann. Erhebliche Engpässe gebe es auch im Handwerk sowie in Berufen, die für das Erreichen der politischen Klimaziele, den Wohnungsbau und den digitalen Wandel relevant sind. (dpa)