Analyse
Pflegekräfte: Schere geht weiter auseinander
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt weiter an, doch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt für Pflegekräfte hält damit nicht Schritt. Das Statistische Bundesamt (Destatis) prognostiziert auf Basis einer Vorausberechnung, dass der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften von derzeit 1,69 Millionen (2024) bis 2049 auf 2,15 Millionen steigen wird – ein Anstieg von 27 Prozent.
Um den künftigen Personalbedarf abzubilden, hat Destatis zwei Szenarien berechnet:
In der „Trend-Variante“, die optimistische Entwicklungen am Pflegearbeitsmarkt aus den 2010er Jahren berücksichtigt, steigt die Zahl der erwerbstätigen Pflegekräfte bis 2049 auf 1,87 Millionen (+12 Prozent). Dennoch würde bereits 2034 eine Lücke von 90.000 Pflegekräften entstehen, die sich bis 2049 auf 280.000 ausweiten könnte.
Deutlich dramatischer fällt die „Status-quo-Variante“ aus. Sie geht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ohne positive Trends der Vergangenheit entwickelt. In diesem Szenario würde die Zahl der Pflegekräfte bis 2049 sogar um sechs Prozent auf 1,46 Millionen sinken. Der Hauptgrund: die Verrentung der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge. Damit droht ein gravierender Personalmangel – schon 2034 könnten 350.000 Pflegekräfte fehlen, bis 2049 würde sich diese Lücke auf 690.000 erhöhen. Das entspricht einem Minus von 43 Prozent im Vergleich zur Beschäftigtenzahl im Jahr 2019.

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