Personal

Pflegekammer NRW warnt vor enormer Arbeitsbelastung

Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen warnt, dass die zunehmende Zahl an Senior:innen unter den Hitzewellen leiden wird, was das Gesundheitssystem vor völlig neue Herausforderungen stellt. „Die Probleme des klimatischen und des demografischen Wandels betreffen uns nicht nur zur gleichen Zeit, sie verstärken sich gegenseitig. Wenn die Politik diese Krisen weiter ignoriert, laufen wir auf eine Katastrophe zu. Gerade auch in der Pflege!“, warnt Kevin Galuszka, Mitglied im Vorstand der Pflegekammer NRW.

Kevin Galuszka Foto: Grüne Duisburg

„Was die Pflege tagtäglich bei diesen Temperaturen erlebt, ist besorgniserregend. Bei den Patient:innen und bei den Pflegenden selbst“, so Galuszka. „Trotzdem fehlt es an klaren Strukturen, Kompetenzen und Ressourcen. Die professionelle Pflege muss endlich als zentrale Akteurin im Hitzeschutz verstanden und politisch gestärkt werden“.

Während Hitzewellen könne die Arbeitsbelastung beträchtlich erhöht sein. Dabei kommen zwei maßgebliche Probleme zusammen: Zum einen wirkt sich Hitze auf die Leistungsfähigkeit der Pflegenden selbst aus und zum anderen erhöht sich oft der Informations- und Versorgungsaufwand bei den pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen. Das bedeutet für die Pflegenden, sie müssen unter den ohnehin erschwerten Bedingungen unter Zeitdruck mehr Leistung erbringen. Die Gefahren bei Hitze für Patient:innen sind dabei vielfältig. Dehydration, Hitzschlag, Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Verschlechterung von Vorerkrankungen und damit einhergehende Verwirrtheit belasten die Menschen.

Eine Studie der Stiftung ZQP „Hitzeschutz in der ambulanten Pflege – 2024“ bestätigt dies. 44 Prozent der Befragten gaben an, dass es in den drei Monaten vor der Erhebung in ihrer Region häufig oder sehr häufig so heiß war, dass dadurch ein gesundheitliches Risiko für die von ihnen betreuten Pflegebedürftigen entstand.

Da das neu gegründete Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW) plant, künftig den Fokus verstärkt auf den ambulanten Sektor zu richten, möchte die Pflegekammer NRW diesen Prozess aktiv unterstützen. „NRW ist zwar insgesamt beim Thema Hitzeschutz deutlich weiter als andere Bundesländer“, betont Kevin Galuszka. „Doch es braucht noch erheblich mehr Unterstützung aus der Politik. Auch beim Thema Hitze muss die Stimme der Pflege gehört werden. Wir als Kammer stehen für jedes Gespräch zur Verfügung“, so Galuszka.