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Gesundheitsminister: Generalistik muss überdacht werden

Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) sieht Anpassungsbedarf bei der generalistischen Pflegeausbildung. Angesichts sinkender Ausbildungszahlen in der Alten- und Kinderpflege müsse „das System der Generalistik möglicherweise überdacht und angepasst werden“, erklärte er bei der Mitgliederversammlung des bpa in Hannover.

Andreas Philippi
Andreas Philippi: "Nicht jede Einrichtung, die gern ausbilden würde, kann dies auch tun." Foto: Sascia Philippi

Nach Berichten des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) forderte Gesundheitsminister Philippi bei der Veranstaltung in Hannover eine Ausweitung der Ausbildungskapazitäten. „Mit Blick auf den steigenden Personalbedarf ist es mir besonders wichtig, die Ausbildungskapazitäten bestmöglich zu nutzen und wo möglich auszuweiten“, wird der Minister zitiert.

Kritik an aktueller Ausbildungsstruktur

Philippi verwies auf strukturelle Probleme der 2020 eingeführten generalistischen Pflegeausbildung: „Auf Basis der Vorgaben im Pflegeberufegesetz sind die Einsatzmöglichkeiten bei Pflichteinsätzen begrenzt und auch nicht jede Einrichtung, die gern ausbilden würde, kann dies auch tun.“ Besonders in ländlichen Gebieten fehle es an wohnortnahen Ausbildungsmöglichkeiten. Philippi: „Ich habe und werde mich auch zukünftig auf Bundes- und Landesebene dafür einsetzen, dass die Durchführung der Ausbildung auf weitere geeignete Einrichtungen ausgeweitet wird. Aufgrund zu weniger Ausbildungszahlen in der Alten- und Kinderpflege muss das System der Generalistik möglicherweise aber überdacht und angepasst werden.“

Die wiedergewählte bpa-Landesvorsitzende Ricarda Hasch unterstützte diese Einschätzung und betonte, die Generalistik habe nicht zur Personalgewinnung beigetragen. „Sie schließt die Menschen aus, die sich in der Vergangenheit bewusst für die Arbeit in der Altenpflege entschieden haben“, so Hasch.

Forderung nach wirtschaftlicher Stärkung

Hasch forderte zudem eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von Pflegeeinrichtungen. Langwierige Verhandlungen über Kostensteigerungen und verzögerte Zahlungen der Sozialhilfeträger gefährdeten bestehende Einrichtungen und verhinderten den Aufbau zusätzlicher Angebote, die angesichts der alternden Gesellschaft dringend benötigt würden.