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Personal aus dem Ausland: AGVP kritisiert geplante Behördenstruktur

Jede dritte Pflegekraft in Deutschland hat laut Statistischem Bundesamt einen Migrationshintergrund. Der Anteil liegt bei 33 Prozent der Altenpfleger:innen. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) bemängelt die Pläne der Bundesregierung einer Work-and-Stay-Agentur als unzureichend. Andere Länder seien bei der Anwerbung von Pflegefachkräften schneller und unbürokratischer.

Isabell Halletz, AGVP-Geschäftsführerin und Gründungsmitglied der BAGAP. Foto: Clemens Hartmann

Seit 2022 ist das Wachstum der Beschäftigtenzahl in der Pflege ausschließlich durch Personal aus dem Ausland möglich, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) bezeichnet die Altenpflege deshalb als Job- und Integrationsmotor. Die am 22. Oktober 2025 im Bundeskabinett zur Entscheidung anstehende Work-and-Stay-Agentur bleibe jedoch deutlich hinter dem zurück, was zur Sicherung der Fachkräfteeinwanderung in der Pflege notwendig sei, so der Verband. „Eine Behörde, die anderen Behörden Empfehlungen gibt und erstmal Prüfaufträge übernimmt, wird die Verfahren nicht beschleunigen“, erklärt AGVP-Geschäftsführerin Isabell Halletz. Die geplante Agentur sei gut gemeint, entfalte aber nicht ihr Potenzial.

Der Verband fordert stattdessen eine zentrale digitale Plattform nach dem Once-Only-Prinzip. Einwanderungswillige sollten ihre Daten nur einmal angeben müssen, den Rest müssten die Behörden untereinander klären. Zusätzlich brauche es Positivlisten für hochwertige ausländische Ausbildungen, damit Anträge schnell und unbürokratisch entschieden werden könnten.

Internationale Konkurrenz um Pflegepersonal

Laut Halletz vertraue Deutschland zu sehr auf seine vermeintliche Standortattraktivität. Das Pflegepersonal entscheide sich zunehmend für Länder mit einfacheren und schnelleren Prozessen. Angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger müsse die Bundesregierung endlich Tempo machen, um die Versorgung zu sichern, so die AGVP-Geschäftsführerin.