News

Neue Senioren-WG auf Sylt soll Einsamkeit und Wohnungsnot entgegenwirken

Ab 2026 entsteht in Westerland auf Sylt eine neue Wohngemeinschaft für elf Senior:innen. Mit einer Warmmiete von 500 Euro soll das Projekt des Vereins „Gemeinsam Leben und Wohnen“ bezahlbares Wohnen ermöglichen und Einsamkeit im Alter vorbeugen

Auf der Nordseeinsel Sylt entsteht 2026 eine neue Wohngemeinschaft für Senior:innen – ein Projekt gegen Wohnungsnot und Einsamkeit im Alter. Foto: Aufwind-Luftbilder/AdobeStock

Auf Sylt entsteht im kommenden Jahr eine neue Wohngemeinschaft für Senior:innen – ein Projekt, das bezahlbaren Wohnraum und gemeinschaftliches Leben verbinden soll. „Mit einer monatlichen Warmmiete von 500 Euro inklusive aller Nebenkosten handelt es sich hier um ein bezahlbares Angebot, das einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität älterer Menschen auf der Insel leisten wird“, sagte Martha Berendes, erste Vorsitzende des Vereins Gemeinsam Leben und Wohnen, laut dpa.

Wenn alles nach Plan läuft, können die künftigen Bewohner:innen im Frühjahr 2026 einziehen. Die barrierefreie WG liegt in Westerland, rund 100 Meter von der Strandpromenade entfernt. Sie bietet elf Einzelzimmer mit Bad, Gemeinschaftsküche, Wohnbereich sowie eine Dachterrasse mit Blick auf die Dünen.

„Sind finanziell gut aufgestellt“

Bereits seit 2022 gibt es in dem Gebäude eine ähnliche Wohngemeinschaft mit elf Bewohner:innen. Detlef Piepenburg, einer der Initiatoren, zieht eine positive Bilanz: „Finanziell sind wir gut gestellt, das, was an Miete und Betriebskosten reinkommt, deckt auch die Kosten.“

Der Verein mietet die Wohnungen vom Kommunalen Liegenschafts-Management und vermietet sie an die Senior:innen weiter. Voraussetzung für den Einzug sind ein Mindestalter von 60 Jahren, ein Wohnsitz auf Sylt seit mindestens zwei Jahren und kein Immobilieneigentum.

Das Projekt soll auch sozial wirken: „Einige ältere Leute auf Sylt haben keine Nachbarn mehr und sind einsam“, so Berendes. Viele Angehörige lebten auf dem Festland und könnten sich kaum kümmern. Mit gemeinschaftlichem Wohnen wolle man dem entgegenwirken.

Bewohner:innen sind auf der Suche

Die Nachfrage ist groß. Viele künftige Bewohner:innen suchten dringend nach Planungssicherheit, da Personalwohnungen wegfallen oder Mietverhältnisse enden.

Laut Ulrike Körbs, Vorsitzende des Sozialausschusses der Gemeinde Sylt, zeigt das Projekt, wie dringend Wohnalternativen gebraucht werden: „Es gibt für Senior:innen zu wenige bezahlbare Wohnungen und zu wenige Pflegeplätze.“ Der einzige Ausweg sei für viele der Umzug aufs Festland – dort sei bezahlbarer Wohnraum häufiger verfügbar. (Quelle: dpa)