Pflegemarkt

Wirtschaftliche Lage diakonischer Unternehmen rutscht 2025 spürbar ab

Die wirtschaftliche Lage vieler diakonischer Unternehmen hat sich 2025 deutlich verschlechtert. In der Altenhilfe zeigt sich dennoch ein vergleichsweise stabiles Bild. Laut der Herbstumfrage des Verbandes diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) rechnen nur 13 Prozent der Einrichtungen dieser Sparte mit einem negativen Jahresergebnis. In der Gesundheitswirtschaft und in den Hilfen für Menschen in besonderen sozialen Lagen ist die Lage erheblich angespannter. Dort erwarten 61 Prozent rote Zahlen.

VdDD-Ökonom Rolf Baumann sieht ein strukturelles Problem. Foto: Katharina Stohr

Insgesamt geht nur gut ein Drittel der befragten Unternehmen von einem positiven Jahresergebnis aus. Rund jedes fünfte rechnet mit Verlusten. VdDD-Ökonom Rolf Baumann sieht darin einen gefährlichen Trend. Aus seiner Sicht wäre eine Rendite von 2,5 bis 4 Prozent notwendig, um Investitionen in Innovation, Digitalisierung und nachhaltige Strukturen abzusichern.

Der Verband fragte erstmals auch nach möglichen Angebotseinschränkungen aufgrund unzureichender Refinanzierung. 19 Prozent der Einrichtungen halten Einschnitte noch im laufenden oder im kommenden Jahr für wahrscheinlich. Für 2026 zeigt die Umfrage zugleich eine leichte Entspannung. Nur 6,9 Prozent der Unternehmen rechnen dann noch mit einem negativen Ergebnis. Knapp 60 Prozent planen mit einer schwarzen Null. Ein Drittel erwartet eine Rendite von mehr als 0,5 Prozent.

Baumann erklärt die vorsichtige Stabilisierung mit rückläufigen Inflationsraten und geringeren Anpassungen bei Leistungsentgelten. Zudem wirken Optimierungsprozesse, die viele Unternehmen eingeleitet haben. Dennoch bleiben erhebliche Risiken bestehen. Dazu zählen die Krankenhausreform, die angespannte Finanzlage der Kostenträger und weitere Reformen mit noch unklaren Folgen.

Dr. Simon Stark, stellvertretender VdDD-Vorstandsvorsitzender, fordert angesichts der Lage eine spürbare Entbürokratisierung. Er plädiert für „Mut zur Deregulierung“, um Effizienzpotenziale zu heben und Innovation zu ermöglichen. Zugleich steige der politische Druck, die Finanzierung sozialer Angebote zukunftsfest zu gestalten.

Der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland e.V. (VdDD) vertritt als diakonischer Bundesverband die Interessen von mehr als 200 Mitgliedsunternehmen und Regionalverbänden mit rund 580.000 Beschäftigten. Schwerpunkte der Verbandsarbeit sind die Weiterentwicklung des kirchlich-diakonischen Tarif- und Arbeitsrechts, Themen aus Personalwirtschaft und -management sowie die unternehmerische Interessenvertretung.  (ls)