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Berliner Healthtech Recare erhält 37 Millionen Euro für KI-Agenten
Das Unternehmen will mit dem frischen Kapital einen KI-Agenten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen einführen, der Verwaltungsaufgaben für medizinisches und pflegerisches Personal durch automatisierte Dokumentation und Prozesssteuerung reduzieren soll. Der norwegische Risikomanagement-Anbieter DNV steigt als größter Anteilseigner ein.
Das Berliner Unternehmen Recare, Anbieter von Technologie-Lösungen für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, hat eine Finanzierungsrunde über 37 Millionen Euro abgeschlossen, wie das Unternehmen mitteilt. In der Summe enthalten ist eine Option über weitere 7 Millionen Euro. Die Runde wird von DNV angeführt, einem unabhängigen Versicherungs- und Risikomanagementanbieter aus Norwegen, der damit zum größten Anteilseigner von Recare wird. Ebenfalls beteiligt ist CIBC Innovation Banking sowie weitere nicht genannte Investoren.
Recare wurde 2017 gegründet und bietet eine Software-as-a-Service-Plattform an, die das Entlassmanagement und die Nachsorge in Krankenhäusern digitalisiert. Laut Unternehmensangaben nutzen mittlerweile zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser und mehr als 26.000 Pflegekräfte die Plattform. Das neue Kapital soll vor allem in die Einführung eines neuen KI-Agenten sowie in die internationale Expansion fließen.
KI-Agent ermöglicht Koordination über verschiedene Systeme hinweg
Der KI-Agent soll medizinische Einrichtungen dabei unterstützen, administrative Aufgaben zu automatisieren und Arbeitsabläufe über verschiedene Systeme hinweg zu koordinieren. Konkret soll die Software als zentraler Hub fungieren, der klinische und administrative Prozesse abteilungsübergreifend steuert. Zu den geplanten Funktionen gehören laut Recare die automatisierte Erstellung von Arztbriefen und Übergabeprotokollen sowie die Extraktion und Strukturierung von Daten aus PDFs, Scans und Freitexten in interoperable Formate.
„Krankenhäuser stehen unter enormem operativem Druck, weil medizinisches Fachpersonal immer mehr Zeit mit Verwaltungsaufgaben verbringt“, sagt Maximilian Greschke, CEO von Recare. Der KI-Agent solle einen Großteil dieser Aufgaben übernehmen, indem er unstrukturierte Daten nutze, um Arbeitsabläufe zu koordinieren. Mit dem neuen Kapital wolle man die Einführung in Deutschland und international beschleunigen.
DNV baut Portfolio im digitalen Gesundheitsmarkt aus
Für DNV ist die Beteiligung Teil einer breiteren Strategie im digitalen Gesundheitssektor. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben seit fast vier Jahrzehnten im Gesundheitswesen tätig. Zum Portfolio gehören bereits der Anbieter von Echtzeit-Datenintegrationstools DNV Imatis, der auf Produktivität und Datensicherheit spezialisierte Anbieter MBI Health sowie Patients Know Best, ein Anbieter patientengesteuerter Gesundheitsakten.
„Die Marktposition von Recare und die ambitionierten KI-Pläne des Unternehmens passen perfekt zum Fokus von DNV auf Lösungen, die durch sichere, genaue und interoperable Daten die Effizienz und Zuverlässigkeit im Gesundheitswesen steigern“, sagt Daniel Holth Larsen, Managing Director Digital Health bei DNV. Charlotte Goggin von CIBC Innovation Banking betont, dass Verwaltungsaufgaben in Gesundheitseinrichtungen wertvolle Zeit binden, die für die Patientenbetreuung fehle. Recare begegne diesem Problem mit seiner Plattform.
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