News

Pflegerat sieht Ausbildungsplus als Fortschritt – und warnt vor weiterem Personalengpass

Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat die gestiegenen Ausbildungszahlen in der Pflege als positives Signal bewertet, zugleich aber vor anhaltenden Engpässen gewarnt. Die neuen Daten des Statistischen Bundesamts zeigten, dass die Pflegeausbildung „auf dem richtigen Weg“ sei, sagte DPR‑Präsidentin Christine Vogler. Viele Menschen entschieden sich für einen sinnstiftenden Beruf mit guten Perspektiven. „Das ist ein starkes Signal“, so Vogler. Von einer Entspannung könne dennoch keine Rede sein.

Professionelles Porträt mit blauer Brille und Paisley-Muster-Blazer vor grauer Betonwand.
Sieht die Ausbildung „auf dem richtigen Weg“: DPR‑Präsidentin Christine Vogler. Foto: Christine Vogler (Bildrechte)

„Schon heute fehlen Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen“, sagte Vogler. Der Personalaufbau in Kliniken komme einer längst überfälligen Korrektur gleich, während die Langzeitpflege weiter unter hohem Druck stehe. Besorgt zeigt sich der Pflegerat vor allem über die geringe Zahl der Studierenden in der Pflege. Mit rund 800 neuen Studienanfängern im Jahr 2025 liege die Akademisierungsquote weit unter den Empfehlungen des Wissenschaftsrats.

Der Verband fordert daher verbindliche Schritte zur Stärkung der Ausbildung. Notwendig seien mehr Ausbildungsplätze, ausreichend Lehrpersonal, eine enge Einbindung in die Praxis und verlässliche berufliche Perspektiven. Zentral seien zudem gute Arbeitsbedingungen sowie spürbar weniger Bürokratie in den Einrichtungen. „Wir dürfen niemanden auf dem Weg verlieren“, betonte Vogler.

Besonders deutlich mahnt der Pflegerat beim Pflegestudium nachzubessern. Deutschland bleibe beim Aufbau einer modernen hochschulischen Pflegebildung „klar hinter dem Bedarf zurück“. Es brauche mehr Studienplätze, eine verlässliche Finanzierung und klare Karrierewege. Wer die Pflege der Zukunft sichern wolle, müsse „heute viel stärker in die akademische Bildung investieren“, sagte Vogler.

Mit Blick auf die Personalbemessung in Kliniken widersprach der Pflegerat Kritik aus dem Krankenhausbereich. Die Instrumente seien unverzichtbar, um den tatsächlichen Personalbedarf zu bestimmen. Dass viele Häuser sie als nicht ausreichend wirksam empfänden, spreche für eine Weiterentwicklung – nicht für deren Abschaffung. Bürokratieabbau müsse gezielt erfolgen, „aber nicht an der falschen Stelle“.

Der DPR sieht in den aktuellen Ausbildungs- und Beschäftigtenzahlen dennoch eine Chance für die Pflege. Nun müsse die Politik die strukturellen Voraussetzungen schaffen, um eine langfristig stabile Versorgung sicherzustellen.