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DPR legt überarbeitete Auflage von BAPID II vor
Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat die zweite, überarbeitete Auflage von BAPID II „Rollenprofile und Berufsbilder“ veröffentlicht. Grundlage sind die im Projekt BAPID III überarbeiteten und praxisvalidierten Kompetenzprofile. Mit der neuen Fassung wird eine zentrale fachliche Weichenstellung vorgenommen: Die bisherige Unterscheidung zwischen „komplexen“ und „hochkomplexen“ Pflegesituationen entfällt.
Künftig orientiert sich die Differenzierung konsequent an der professionellen Verantwortung in der Pflege. Das Projekt BAPID (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) wird im Auftrag des Deutschen Pflegerats an der Medizinischen Fakultät der Christian‑Albrechts‑Universität zu Kiel durchgeführt. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen‑Hoops. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Gesundheit auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
„Pflege braucht klare, praxistaugliche Rollenprofile“, sagte DPR‑Präsidentin Christine Vogler. Die zweite Auflage von BAPID II beschreibe präziser, welche Verantwortung Pflegefachpersonen und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen. Damit werde fachliche Klarheit geschaffen, die Praxisnähe gestärkt und die Professionalisierung der Pflege weiter vorangebracht.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen haben Analysen und praxisnahe Abstimmungen gezeigt, dass die Begriffe „komplex“ und „hochkomplex“ fachlich unscharf, stark kontextabhängig und in der Versorgungspraxis schwer anwendbar sind. Zudem betreuen Pflegefachpersonen (BAPID Typ III) und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen (BAPID Typ IV) häufig dieselben zu pflegenden Personen. Eine Differenzierung nach Komplexitätsgraden bilde die Versorgungsrealität daher nicht angemessen ab.
Rollenprofile und Berufsbilder in der Pflege neu definiert
„Die bisherige Differenzierung über Komplexitätsgrade hat sich weder fachlich noch praktisch bewährt“, erklärte Katharina Genz, Pflegewissenschaftlerin im BAPID‑Projekt an der Universität Kiel. Die überarbeiteten Rollenprofile orientierten sich nun konsequent an der professionellen Verantwortung. Die Abgrenzung der Qualifikationsniveaus erfolge nicht mehr über die Eigenschaften der zu pflegenden Personen, sondern über Art und Tiefe des pflegerischen Handelns.
Zudem, so heißt es aus dem Projekt, hätten die bisherigen Begriffe eine implizite Hierarchisierung innerhalb der Pflege begünstigt und damit die Teamarbeit sowie die Akzeptanz akademischer Pflege erschwert.
Pflegefachpersonen tragen laut BAPID II die Verantwortung für die fachgerechte pflegerische Versorgung und deren Sicherstellung. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen darüber hinaus Aufgaben der wissenschaftlichen Fundierung, Reflexion und Weiterentwicklung der pflegerischen Praxis.
Mit der zweiten, überarbeiteten Auflage von BAPID II werden die in BAPID III entwickelten Kompetenzlogiken in aktualisierte Rollenprofile und Berufsbilder übertragen. Nach Einschätzung des Deutschen Pflegerats stärkt dies die fachliche Orientierung, die Praxisnähe und die differenzierte Rollenentwicklung in der Pflege.
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