Digitalisierung

Wie geht es weiter mit der eVO HKP für die ambulante Pflege?

Das gematik-Fachkonzept zur eVerordnung Häusliche Krankenpflege (eVO HKP) ist ein beachtliches Stück intersektorale Zusammenarbeit. Auf der DMEA tauschten sich erstmals Verbandsvertreter aus den beteiligten Sektoren zu den Ergebnissen aus.

Talkrunde auf der DIMEA 2026 in Berlin Foto: Martin Saß

Von Thorsten Blocher

Einleitend erläuterte Hannes Neumann, Produktmanager der gematik für das eRezept und mit seiner Kollegin Julia Hübner federführend bei der Konzepterstellung eVO HKP, die für die ambulante Pflege ab 2028 anstehenden Veränderungen.

Erika Stempfle, Referentin für ambulante Altenpflege bei der Diakonie Deutschland, betonte, dass das Konzept einen vielversprechenden Ansatz sei, der zügig in die Praxis umgesetzt werden müsse. Zudem sollten zeitnah weitere Ausbauphasen folgen. Axel Sarodnik, Fachreferent für IT in Arztpraxen bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, hob als Vertreter der Ärzteschaft hervor, dass der Prozess ganzheitlich in der Arztpraxis digitalisiert werde: Die HKP-Richtlinien fließen in ein intelligentes Verordnungsformular ein – die Ärzte werden entlastet, da Rückfragen der Pflege entfallen und Rückmeldungen zum Status automatisiert erfolgen.

Stefan Meulmann, Fachreferent beim GKV-SV mit Schwerpunkt Häusliche Kranken- und Außerklinische Intensivpflege, unterstützt die Weiterentwicklung der rechtlichen und vertraglichen Rahmenbedingungen. Er berichtete über den aktuellen Stand des Informationsmodells, das die Validierung der ärztlichen Verordnung ermöglicht.

Hannes Neumann erklärte, dass das technische Fachkonzept Mitte 2026 fertig sein soll. Die Industrie erhält dann 9 bis 12 Monate für die Umsetzung, bevor in neu ausgeschriebenen TI-Modellregionen eine ausführliche Pilotphase startet. Das Pilotierungskonzept wird derzeit erarbeitet.

Das Innovative an der eVO HKP besteht laut Hannes Neumann darin, dass mit ihrer Einführung erstmals das Muster 12 als Verordnungsmuster außer Dienst gestellt wird. Axel Sarodnik ergänzte, dass die Versorgungssicherheit durch ein Ersatzverfahren gewährleistet bleibt, falls technische Störungen in der TI auftreten.

Interessierte können auf der ALTENPFLEGE 2026 in Essen in Halle 6, Stand 111, mit dem Panel-Moderator Thorsten Blocher ins Gespräch kommen.