Führung
Machtkampf im VdK Bayern: Vorstand will Verena Bentele stürzen
Im größten deutschen Sozialverband eskaliert ein interner Konflikt. Acht Mitglieder des Landesvorstands Bayern haben ein Abberufungsverfahren gegen die Vorsitzende Verena Bentele und Schatzmeister Konrad Gritschneder beantragt. Es geht um Führungsstil, Personalentscheidungen und die strategische Ausrichtung eines Verbands mit 850.000 Mitgliedern in Bayern.
Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den stellvertretenden Landesvorsitzenden Hermann Imhof berichtet, hat der Landesvorstand des VdK Bayern den Landesausschuss gebeten, ein Verfahren zur Abberufung der Vorsitzenden Verena Bentele und des Schatzmeisters Konrad Gritschneder einzuleiten. Zuerst hatte die „Frankenpost“ über die Zuspitzung des Streits berichtet, der intern schon länger schwelt.
Imhof begründete den Schritt gegenüber der dpa damit, dass nach „ergebnislosen Verlauf intensiver Gespräche über alternative Lösungsansätze“ eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht mehr möglich sei. Es gehe um die Art der Amtsführung und um die künftige Aufstellung des Landesverbands.
Bentele ist seit 2018 Präsidentin des VdK Deutschland und übernahm 2023 zusätzlich den Vorsitz des bayerischen Landesverbands – mit rund 850.000 Mitgliedern der größte Landesverband des Sozialverbands. In einem internen Schreiben, das der „Frankenpost“ vorliegt und aus Verbandskreisen bestätigt wurde, wird Bentele vorgeworfen, den VdK zu einem Zentralverband unter ihrer Führung umbauen zu wollen.
Hinzu kommen laut dpa weitere Konfliktpunkte: Eine von Bentele ohne Wissen des Vorstands veranlasste Freistellung eines Mitarbeiters soll dazu geführt haben, dass sich das Gremium hintergangen fühlte. Auch über das Verhältnis von Hauptamt und Ehrenamt, das im VdK traditionell hohen Stellenwert hat, besteht offenbar kein Einvernehmen.
Bentele erklärte, sie habe 2023 auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstands für den bayerischen Vorsitz kandidiert. Ihr Ziel sei gewesen, den Verband sozialpolitisch stärker zu positionieren und einen modernen Führungsansatz zu etablieren. „Die Führung eines Verbands dieser Größenordnung kann nicht nebenbei ehrenamtlich erfolgen“, sagte sie laut dpa.
In einer zweiten Stellungnahme am Montag bezeichnete sie die Behauptung, sie wolle einen Zentralverband schaffen, als „frei erfunden“. Auch Vorwürfe zu Personalentscheidungen, angeblichem Druck auf Mitarbeitende und einer eigenmächtigen Umgestaltung von Zuständigkeiten wies die ehemalige Spitzensportlerin zurück. Entscheidungen seien stets im Rahmen der satzungsgemäßen Gremienstrukturen und gemeinsam abgestimmt erfolgt.
Bentele bedauerte, dass der Konflikt öffentlich gemacht wurde, und bestreitet zugleich die Zuständigkeit des Landesausschusses für eine Abberufung. „Ich wurde von den Delegierten des Landesverbandstages gewählt. Deshalb können auch nur diese darüber entscheiden, ob sie mir weiterhin ihr Vertrauen schenken“, so Bentele laut dpa. (dpa/ck)
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