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Landesbauordnung NRW: Pflegekammer pocht auf Barrierefreiheit
Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen kritisiert die geplante Novellierung der Landesbauordnung. Bei Neubauten und Umbauten an Bestandsbauten dürfe Barrierefreiheit nicht länger optional werden, heißt es in einer Mitteilung vom 3. Juni 2026. Andernfalls drohten zusätzliche Belastungen für pflegende Angehörige und das gesamte Pflegesystem.
Nach Angaben der Pflegekammer gelten in Nordrhein-Westfalen aktuell 5,69 Millionen Menschen als pflegebedürftig. Fast 9 von 10 dieser Menschen würden von Angehörigen zu Hause versorgt, häufig zusätzlich unterstützt durch ambulante Pflegedienste. Präsidentin Sandra Postel verweist auf § 2 SGB XI, der dazu verpflichte, Pflege so zu gestalten, „dass sie die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen erhält und fördert“. Ziel sei es, die Mobilität der Pflegebedürftigen möglichst lange zu sichern.
Mobilität in der häuslichen Umgebung sichern
Für eine funktionierende häusliche Pflege brauche es breite Türen, Aufzüge und geräumige Badezimmer, erklärt Postel. „Wer nun aber beim Bau einsparen will und damit womöglich eine Pflege zu Hause unmöglich macht, wälzt Kosten auf die Allgemeinheit ab und bringt Menschen in schier ausweglose Situationen“, so die Präsidentin.
Folgen für die stationäre Versorgung
Je weniger Pflegebedürftige zu Hause versorgt werden könnten, desto mehr stationäre Plätze würden benötigt, warnt die Pflegekammer. Gleichzeitig fehle Personal: Jede dritte Pflegefachperson gehe in Rente, während die Zahl der Pflegebedürftigen mit dem demografischen Wandel weiter rasant steige, so Postel.
Forderungskatalog für pflegeorientiertes Bauen
Gemeinsam mit „Wir pflegen NRW e.V.“, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten Claudia Middendorf, der Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (Biva) und dem Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW hat die Pflegekammer einen Forderungskatalog erarbeitet. Aufgeführt sind darin nach Angaben der Kammer neben breiten Fluren und Türen, bodengleichen Duschen und unterfahrbaren Waschtischen auch reizarme Rückzugsräume mit gedämpfter Beleuchtung und Akustik, Inklusionstechnologien für Hör- und Sehbeeinträchtigte sowie ein Hitzeschutz. Postel fordert zudem, Pflegefachpersonen bei der Analyse von Bauvorhaben einzubinden: Sie brächten „die nötige Expertise mit und schaffen somit echten Mehrwert für Bauherren wie Bewohner*innen“.
Hier geht es zum Positionspapier.
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