Häusliche Pflege Innovationspreis
Innovationsschub in der ambulanten Pflege
Tony Altimari, Bereichsleitung Geschäftsbereich Pflege, und Tim Bollens, Head of Business Consulting & Account Management – Geschäftsbereich Pflege, bei der opta data Finance GmbH, erläutern wie das Unternehmen Innovationen vorantreibt – und warum es seit Jahren den Häusliche Pflege Innovationspreis unterstützt.
Wer die Altenpflegebranche über die vergangenen zwei Jahrzehnte beobachtet hat, dem fällt ein deutlicher Innovationssprung auf. Tony Altimari führt dies vor allem auf die Geschwindigkeit zurück, mit der sich Software und KI-Anwendungen heute entwickeln. Während früher pro Jahr meist nur ein neues Thema die Branche bewegte, entstehen heute zahlreiche digitale Einzelanwendungen parallel – von der Telematikinfrastruktur mit KIM- und ePA-Anbindungen bis hin zum elektronischen Leistungsnachweis und der digitalen Abrechnung.
Für ein Unternehmen wie opta data sei es essenziell, am Puls der Zeit zu bleiben. „Unsere DNA ist ja, Innovation in den Markt zu treiben, schon immer“, betont Altimari. Tim Bollens ergänzt, dass Innovationsführerschaft an den richtigen Stellen ein klarer Wettbewerbsvorteil sei – einer, den man insbesondere durch die kombinierte Ansprache von Software- und Abrechnungskunden weiter ausbauen wolle.
Kleine Bausteine, großes Ganzes
Die Vielzahl der Einzelinnovationen sieht Bollens als Chance: Viele Kleinigkeiten ließen sich heute schneller, denn je zu einem großen Ganzen zusammenführen, das einen Mehrwert für die Pflege schaffe. Die Grundproblematik bleibe dabei stets präsent: Ressourcen- und Mitarbeiterknappheit. Ziel sei es, den Kunden mehr Zeit für den Klienten zu verschaffen – über Innovationen, die ressourcenschonend wirken.
Die Anforderungen, mit denen Pflegedienste auf opta data zukommen, seien dabei vielschichtig. Sie reichen von Bürokratieaufwand und Mitarbeiterknappheit über Tourenplanung und Banking bis hin zur Telematikinfrastruktur. „Das Vernetzen meines Betriebes gegenüber all den anderen Einwirkungen“, wie Bollens es nennt, sei ein zentrales Bedürfnis – getrieben auch von gesetzlichen Vorgaben und sich wandelnden Patienten- und Betreuerstrukturen.
Wie Innovation bei opta data entsteht
Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Pflege setzt opta data bei der Produktentwicklung stark auf Kundenfeedback. Ein zentrales Instrument ist der sogenannte Innovationskreis: ausgewählte Kunden, die früh Impulse geben, Neuigkeiten testen und bei der Richtungsentscheidung mitwirken. „Es bringt ja nichts, wenn wir Produkte entwickeln von oben heraus“, erklärt Altimari. Da das Unternehmen tausende Kunden bediene, müssten Lösungen die breite Masse treffen, statt Einzelentwicklungen zu sein.
Ergänzend nutzt opta data empirische Erhebungen – aktuell läuft eine Umfrage zu den Schmerzpunkten der Branche – sowie die enge Zusammenarbeit mit Verbänden und Kooperationspartnern. So könne man frühzeitig auf gesetzliche Änderungen reagieren und lösungsorientierte Ansätze vorbereiten, die anschließend gemeinsam mit den Kunden ausgestaltet werden.
Die größte Herausforderung: der Wandel ins papierlose Zeitalter
Auf die Frage nach den kommenden Herausforderungen antwortet Altimari klar: der Wandel vom analogen Zeitalter mit Papierabrechnung in eine vollständig digitale, möglicherweise papierlose Welt. Besonders spannend sei dabei, alle Generationen mitzunehmen – von Mitarbeitenden, die nach wie vor mit Papier-Leistungsnachweisen arbeiten möchten, bis zur jungen Generation, die diese Praxis nicht mehr nachvollziehen kann. Fax, E-Mail und KIM treffen in der Pflege auf eine Weise aufeinander, wie es in kaum einer anderen Branche der Fall ist.
Theoretisch sei der E-Leistungsnachweis bzw. die E-Abrechnung im kommenden Jahr vorgesehen, doch die flächendeckende Umsetzung sei aus heutiger Sicht noch vage. Altimari hofft, dass der Sprung zur durchgängig digitalen Pflege – nicht nur in Insellösungen – in den nächsten zwei bis fünf Jahren gelingt. Dabei müssten die Tools auch Spaß machen, mobil nutzbar und ein Stück weit spielerisch sein, um sowohl 20-jährige als auch erfahrene 60-jährige Mitarbeitende zu erreichen.
KI: kein Gamechanger im Vordergrund – aber im Hintergrund
Ist KI ein Gamechanger? Altimari differenziert: Beim Kunden gebe es bereits eine Vielzahl von KI-Tools, vor allem im Dokumentationsbereich mit Spracherkennung und Textgeneratoren – Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wären. In Bereichen wie Touren- oder Dienstplanung sei das Potenzial bislang überschaubar, hier könne sich aber noch viel entwickeln.
Den eigentlichen Gamechanger sieht Altimari jedoch im Hintergrund: in der Produktentwicklung selbst. Dank KI lasse sich heute mit weniger Menschen deutlich schneller entwickeln als noch vor einigen Jahren – ein entscheidender Vorteil in einem Markt, in dem Entwickler knapp sind.
Bollens ergänzt, KI sei ein deutlicher Verstärker, um dem demografischen Wandel und den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Altimari bringt es auf den Punkt: „Wir werden ja gar nicht drum herumkommen, Prozesse so schlank zu digitalisieren, um dem Pflegenotstand gerecht zu werden.“
Engagement für die Branche: der Häusliche Pflege-Innovationspreis
Seit Jahren unterstützt opta data den Häusliche Pflege-Innovationspreis. Für Altimari ist das eine logische Konsequenz aus dem eigenen Selbstverständnis: Wer selbst Innovationen entwickelt, könne auch andere fördern, Ideen zu kreieren und sichtbar zu machen. Den Respekt vor den Einreichungen formuliert er deutlich: Vieles entstehe zusätzlich zum Tagesgeschäft, und bisherige Preisträger hätten regelmäßig für Aha-Erlebnisse gesorgt.
Bollens schließt den Bogen zum Anfang des Gesprächs: Ohne die Bereitschaft der Branche, innovativ zu sein und sich etwa am Innovationspreis zu beteiligen, fehle der entscheidende Impuls. Wichtig seien dabei nicht nur die Gewinner, sondern alle Teilnehmenden, die neue Ideen einbringen. Ziel sei es, die gesamte Branche auszustatten, zu unterstützen und nach vorne zu bringen.
Altimari macht zum Abschluss noch einen praktischen Vorschlag: Auch die Beiträge, die nicht gewinnen, seien oft hochinteressant und verdienten mehr Sichtbarkeit. Denn in der Pflegebranche gilt: Jede gute Idee kann der Schlüssel sein, um die wachsenden Herausforderungen zu meistern.
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Alle Informationen zur Teilnahme sowie den Bewerbungsleitfaden finden Interessierte unter haeusliche-pflege.net/innovationspreis.
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