APM2026
ALTENPFLEGE 2026 in Essen: Messekongress und Leitmesse starten morgen
Vom 21. bis 23. April wird Essen zum Treffpunkt der Pflegebranche: Die ALTENPFLEGE 2026 bringt unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Fach- und Führungskräfte aus ambulanter und stationärer Pflege zusammen. Zwei Kongresstage, vier Fachforen, die Start-up-Sonderschau AVENEO und die zentrale ALTENPFLEGE Arena bilden das Programm.
Der zweitägige Messekongress am 21. und 22. April richtet sich an alle Akteur:innen der Pflegebranche – von Einrichtungsleitungen und Pflegedienstleitungen über Qualitätsbeauftragte bis hin zu Trägerverantwortlichen und politischen Entscheider:innen. Die Kongresseröffnung am 21. April um 10:30 Uhr moderieren die Chefredakteure Lukas Sander (Häusliche Pflege) und Steve Schrader (Altenheim & CAREkonkret). Den inhaltlichen Auftakt bildet die preisgekrönte Dokumentationsreihe „Herbstresidenz mit Tim Mälzer und André Dietz“, vorgestellt von André Dietz und Einrichtungsleiter Manfred Kappes (St. Raphael Caritas Alten- und Behindertenhilfe). Direkt im Anschluss ordnet Prof. Dr. Heinz Rothgang vom SOCIUM Forschungszentrum der Universität Bremen in seiner Keynote „Pflege im Wandel: Verantwortung und Zukunft“ die strukturellen Herausforderungen ein, vor denen die gesamte Branche steht. Im Format „Pflege zukunftsfest gestalten“ diskutieren anschließend Vertreter:innen aus Politik, Verbänden und Trägerorganisationen über zentrale Weichenstellungen.
Am zweiten Kongresstag eröffnet ein Generationentalk das Programm: Schauspielerin und Buchautorin Andrea Sawatzki, Ausbildungsbeauftragte Graciana-Virginye Versteeg (Pflegewohnzentrum Wuhlepark, Berlin) und Unternehmer Helmut Wallrafen (Sozial-Holding Mönchengladbach) diskutieren darüber, wie veränderte Berufsbiografien und unterschiedliche Generationenperspektiven die Pflege prägen – von der Ausbildung über die Fachkraftebene bis zur Geschäftsführung. Moderiert wird der Talk von den Chefredakteur:innen Miriam von Bardeleben (Altenpflege) und Matthias Ehbrecht (CARE INVEST).
Qualität und Personalbemessung: Orientierung für Einrichtungen und Träger
Für Einrichtungsleitungen, Qualitätsbeauftragte und Trägerverantwortliche bietet der Kongress mehrere Schwerpunktblöcke. Am ersten Tag präsentieren Prof. Dr. Heinz Rothgang, Prof. Dr. Ingrid Darmann-Finck (beide Universität Bremen), Dr. Martin Holzhausen-Hinze (GKV-Spitzenverband) und Dr. Christian Weiß (Sozialteam Gruppe) die Ergebnisse des Modellprogramms zur Weiterentwicklung der Personalbemessung nach § 113c SGB XI. Die Session soll konkrete Werkzeuge für einen qualifikations- und kompetenzorientierten Personaleinsatz liefern. Am zweiten Tag stellt Michael Wipp vor, wie sich die PeBeM-Ergebnisse in die Praxis überführen lassen. Praxisbeispiele liefern die AWO München mit „Es ist unsere Pflege!“ sowie die AWO Nordhessen mit „Primary Nursing als Erfolgsmodell zur Umsetzung von PeBeM“ – vorgestellt unter anderem von Mona Frommelt, Maike Hessel und Tanja Stuhl.
Im Bereich Qualitätssicherung widmet sich eine Session dem Update „EinSTEP 3.0″ mit Projektleiterin Elisabeth Beikirch und Organisationsberater Martin Ducke. Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Büscher (Hochschule Osnabrück, DNQP) stellt gemeinsam mit Nora Roßner (Deutscher Caritasverband) das neue Qualitätssicherungssystem in der ambulanten Pflege vor. Melanie Nußbaum (Diakonie Michaelshoven) erläutert die neue QPR ambulant. Heike Jurgschat-Geer spricht über agile Prozessgestaltung in der Kontinenzförderung. Die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) als strategischer Hebel für Träger behandeln Jessica Witte (CuraZentrum Uchte) und Berater Alexander Burgwedel. Gewaltprävention im Pflegealltag beleuchten Pervin Pustu und Harold Freund (beide bad e.V.).
Wirtschaftliche Steuerung: Von Vergütung bis Forderungsmanagement
Geschäftsführer:innen, kaufmännische Leitungen und Inhaber:innen ambulanter Dienste finden im Programmstrang „Pflege wirtschaftlich sichern“ praxisnahe Orientierung. Frank Kälble (Kälble & Kollegen) spricht über Forderungsmanagement in der Pflegewirtschaft. Rechtsanwalt Michael Greiner (bad e.V.) analysiert die Trends bei der Ablehnung ärztlich verordneter Leistungen. Unternehmensberater Andreas Heiber widmet sich Vergütungsverhandlungen und der These „Der externe Vergleich ist tot“. Steuerberater Rainer Berg zeigt, wie Beschäftigte mehr Netto vom Brutto erhalten – als Win-win-Modell für Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen. Dr. Michael Tamminga-Wessels (IEGUS) präsentiert Ergebnisse einer aktuellen Studie zu Wagnis und Gewinn in der Pflegewirtschaft, Lucas Scheybol (bpa Servicegesellschaft) behandelt Refinanzierung, Verhandlungstaktiken und Qualitätssicherung.
Personalstrategie: Recruiting, Führung und Fehlzeitenmanagement
Personalverantwortliche, Pflegedienstleitungen und Ausbildungsbeauftragte erhalten im Programmstrang „Personal nachhaltig stärken“ Impulse auf mehreren Ebenen. Dr. Thomas Hilse und Giovanni Bruno (fokus digital) sprechen über Sichtbarkeit als Recruiting-Instrument. Janine Fahsl (Johannesstift Diakonie) stellt lebensphasenorientierte Personalführung vor, Oliver Radermacher (MÜNCH-Stift-APZ) fragt, was Führungskräfte heute wirklich ausmacht. Michael Wipp und Rechtsanwalt Peter Sausen widmen sich dem Umgang mit krankheitsbedingten Fehlzeiten. Sophia Peters (Seniorat Salzkotten) und Peter Sausen stellen das „Plan-Prisma-Pflege“-Modell für nachhaltige Personaleinsatzplanung vor.
Am zweiten Tag ergänzen weitere Formate das Thema: Dr. René Herrmann (Vivantes) zeigt neue Wege der Personalrekrutierung, Karl Schulz (Rummelsberger Diakonie) spricht über Vielfalt als Personalstrategie. Graciana-Virginye Versteeg ermutigt zur gezielten Förderung akademischer Talente in der Pflege. Fabian Biastoch (Humanas Pflege) plädiert für authentische Führung auf Augenhöhe. Eva Lettenmeier (Kursana) fordert einen Strategiewechsel von Work-Life-Balance zu „Life-Time-Management“. Gerhard Boll (Paritätischer Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein) stellt ein einrichtungs- und trägerübergreifendes Springerpoolkonzept für die Langzeitpflege vor. Karsten Stüber und Markus Friedrich (Diakonie Gütersloh) berichten, wie Auszubildende einen Wohnbereich eigenverantwortlich führen – und was Einrichtungen daraus lernen können.
Wohnen und Quartier: Neue Versorgungsformen für Träger und Kommunen
Für Trägerverantwortliche, kommunale Entscheider:innen und Projektentwickler:innen setzt der Programmstrang „Wohnen & Quartiere gestalten“ eigene Akzente. Sören-Hauke Stockmann (ELBE Baubetreuung) behandelt Facility Management in Pflegeimmobilien. Erika Rose (Immotec) stellt das GemeindeSeniorenhaus als ambulante Wohnform im ländlichen Raum vor. Prof. Dr. Alexander Schraml (Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen) beleuchtet Quartiersverantwortung der Kommunen aus rechtlicher und praktischer Perspektive. Rüdiger Krauss-Matlachowski spricht über praxisorientierte Betreuungskonzepte im Betreuten Wohnen. Christian Weiß (Sozialteam Gruppe) zeigt, wie Demenz-Wohngemeinschaften als Baustein moderner Versorgungsformen funktionieren. Svestoslav Markov (Humanika Unternehmensgruppe) fordert ein Umdenken im Senior Living.
Digitalisierung und KI: Lösungen für alle Versorgungsbereiche
Der Programmstrang „Digitale Chancen nutzen“ richtet sich an IT-Verantwortliche, Pflegedienstleitungen und Geschäftsführer:innen gleichermaßen. Sandra Stange (bpa), Dr. Carsten Steinhaff (BFS) und Sven Wolfgram (bpa) diskutieren die Finanzierung der Digitalisierung. Nele Stock (FINSOZ) und Désirée Neeb (Hochschule Hof) liefern Praxistipps für die digitale Transformation. MEDIFOX DAN zeigt in einer gesponserten Session, was mit KI in der Pflegedokumentation bereits möglich ist. Der GKV-Spitzenverband berichtet durch Dr. Jeannette Winkelhage und Christoph Wilhelm über sprachgestützte Pflegedokumentation, Britta Gräfe (GKV-Spitzenverband) stellt Videokommunikation in der Langzeitpflege vor.
Thomas Althammer demonstriert Live-Prompting mit ChatGPT für Verwaltung und Pflege. Jana Förste und Bastian Haase (CURA) stellen mit VirtualWard ein Konzept für digitale Krankenhausversorgung direkt in der Pflegeeinrichtung vor. Die elektronische Patientenakte und ihre Auswirkungen auf die Pflege beleuchten Anja Remmert (Diakonie Deutschland) und Björn Borgmann (Evangelische Altenhilfe Gesundbrunnen). Katja Roßwog (contec) zeigt in einer gesponserten Session, wie Organisationsentwicklung die Pflege digital und menschlich transformieren soll.
Rahmenprogramm: Arena, vier Foren und Sonderschau AVENEO
Neben dem Kongress bietet die Messe ein dreitägiges Rahmenprogramm für alle Berufsgruppen der Branche. Die ALTENPFLEGE Arena (Halle 7) fungiert als zentrale Bühne mit Live-Talks, künstlerischen Impulsen und Fachsessions – von Robotik über Demenz-Perspektiven und Sexualität im Alter bis zu Sterbekultur. Am ersten Messetag wird dort der mit 2.000 Euro dotierte Korian Stiftungsaward „Vielfalt und Respekt in der Pflege“ verliehen. Am zweiten Tag folgt die Ehrung der Erstplatzierten des Kummerfeldt-Stiftungsawards.
Das neue Forum Pflege Perspektiven (Halle 8) behandelt mentale Gesundheit, Resilienz und gesunde Arbeitskultur – Themen, die Pflegefachpersonen, Leitungskräfte und Auszubildende gleichermaßen betreffen. Das Spektrum reicht von Onboarding und Selbstfürsorge über moderne Arbeitszeitmodelle bis zu Burnout-Prävention und Digitalisierung.
Das Forum Digital & Innovativ (Halle 6) zeigt unter anderem, wie intuitive Software ambulante Teams entlastet, wie KI neue Standards in Dokumentation und Sicherheit setzen kann und was erfolgreiche Teamkultur in der Pflege ausmacht. Das Forum Verpflegung, Hauswirtschaft & Wohnen (Halle 5) richtet sich an Hauswirtschaftsleitungen, Küchenfachkräfte und Facility Manager:innen mit Themen wie KI-gestützter Speisenversorgung, Reinigungsrobotern, Wäschelogistik, Mangelernährung und demenzsensiblem Wohnen – ergänzt durch Live-Demos zu Kau- und Schluckstörungen sowie nachhaltiger Verpflegung.
Die Sonderschau AVENEO versammelt rund 50 Start-ups und junge Unternehmen mit Lösungen für den Pflegealltag. Die Jury der Newcomer Challenge tagt bereits am 20. April, die Preisverleihung folgt am selben Abend beim AVENEO Pre-Opening. Die öffentliche Präsentation der Bestplatzierten findet am 22. April in der Arena statt, der Publikumspreis wird am 23. April vergeben. Tägliche Messerundgänge zu Prävention, KI, Reinigung, Wäschelogistik und Speisenversorgung ergänzen das Angebot. Besuchende können RbP-Fortbildungspunkte erwerben.
Messekongress-App mit Matchmaking
Erstmals steht den Teilnehmenden 2026 eine Messekongress-App mit Matchmaking-Funktion zur Verfügung. Sie soll gezieltes Netzwerken ermöglichen und individuelle Programmplanung unterstützen – für alle Berufsgruppen und Hierarchieebenen.
Schirmherrin Warken: „Menschen in den Mittelpunkt“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bezeichnete die ALTENPFLEGE 2026 als „zentralen Impulsgeber für die Zukunft der Pflege in Deutschland“ und betonte, sie unterstütze „dieses wichtige Forum, das Innovation, Fachlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung zusammenbringt – für eine Pflege, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.“ Veranstaltungsleiterin Beate Fischer ergänzte, mit den neuen Formaten und Schwerpunkten in Essen wolle man „ein starkes Zeichen für Innovation und Qualität“ setzen.
Das vollständige Kongressprogramm ist abrufbar unter www.altenpflege-messe.de/de-de/kongress/programm.
Hier geht’s zur ALTENPFLEGE 2026
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