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Elektronische Patientenakte soll ambulante Pflege spürbar entlasten
Im Berchtesgadener Land zeigt ein bayerisches Modellprojekt, wie die elektronische Patientenakte den Alltag ambulanter Pflegekräfte erleichtern kann. Digitale Prozesse sollen Doppelarbeiten reduzieren, Informationslücken schließen und mehr Zeit für die direkte Versorgung schaffen.
Ein bayerisches Modellprojekt im Berchtesgadener Land zeigt nach Angaben des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), wie die elektronische Patientenakte (ePA) Pflegekräfte entlasten und die Versorgung sicherer machen kann. Die Digitalisierung sei dabei „keine technische Spielerei, sondern eine Frage der Würde, der Sicherheit und der Zeit für Menschen“, heißt es in einer Mitteilung des Verbands vom Mittwoch.
Gerade beim Übergang vom Krankenhaus in die ambulante Versorgung komme es noch häufig zu Informationsverlusten, Verzögerungen und Doppelarbeiten. Die ePA könne hier Abhilfe schaffen, indem sie relevante Gesundheitsdaten wie Befunde, Arztbriefe oder Medikationspläne zentral bündelt und autorisierten Beteiligten zur Verfügung stellt.
Das vom bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Projekt „Bürokratieabbau in der ambulanten Pflege – EINFACH.MACHEN“ untersucht, wie digitale Anwendungen die Versorgung verbessern und gleichzeitig Pflegekräfte, Unternehmen, Angehörige und Ärzte entlasten können. Projektleiter und Bezirksrat Georg Wetzelsperger sagte, wer Pflege stärken wolle, müsse Bürokratie abbauen: „Unsere Pflegekräfte brauchen Zeit für Menschen statt für Formulare.“
Auch der bpa-Landesvorsitzende Kai A. Kasri betonte die Potenziale: Die ePA könne Informationen „schnell, sicher und ohne doppelte Dokumentation“ bereitstellen. Befragungen im Rahmen des Projekts zeigten zudem, dass pflegende Angehörige mehr organisatorische Unterstützung benötigten und Abstimmungsprozesse vereinfacht werden müssten.
Ein Schwerpunkt des Projekts ist der Aufbau durchgängiger digitaler Prozesse über die Telematikinfrastruktur – von der Krankenhausentlassung über den Datenaustausch zwischen Arztpraxis und Pflegedienst bis hin zur Abrechnung. Noch gebe es Hürden wie Datenschutzfragen, technische Schnittstellen oder Schulungsbedarf. Erste Erfahrungen in der Modellregion zeigten jedoch, dass Vertrauen wachse, wenn Systeme verständlich eingeführt würden.
Nach Angaben des bpa ist die ePA ein „entscheidendes Werkzeug für eine bessere, sichere und menschlichere Versorgung“. Der Verband vertritt bundesweit mehr als 14.000 Mitgliedseinrichtungen, davon über 1.600 in Bayern.
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