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Generationenpark als Modell gegen Wohnungsnot
Ein Pilotprojekt in Hessen soll zeigen, wie selbstbestimmtes Wohnen im Alter funktionieren kann. Das Hausengel-Unternehmen hat gemeinsam mit einer Gemeinde einen „Generationenpark“ entwickelt.
Deutschland steht vor einem massiven Problem bei der Versorgung älterer Menschen mit geeignetem Wohnraum. Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen bundesweit mindestens zwei Millionen Wohnungen, die barrierefrei, bezahlbar und sozial eingebunden sind. Die Realität vieler Senioren: zu enge Flure, Treppen statt Aufzüge und fehlende nachbarschaftliche Strukturen. Statt Sicherheit erleben viele ältere Menschen dadurch Einsamkeit.
Im hessischen Ebsdorfergrund versucht ein Projekt, diese Defizite zu beheben. Das Pflegeunternehmen Hausengel hat dort gemeinsam mit der Gemeinde den „Generationenpark Heskem-Mölln“ entwickelt. Das Konzept soll Barrieren abbauen und Teilhabe ermöglichen.
Von der Pflegepraxis zum Wohnkonzept
Die Idee für das Projekt entstand nicht am Reißbrett, sondern aus der täglichen Pflegepraxis heraus. Simon Wenz, Gründer und Geschäftsführer von Hausengel, bringt über 20 Jahre Erfahrung in der häuslichen Betreuung und Pflege mit. „Der Wohnungsmarkt hinkt dem demografischen Wandel hinterher. Es fehlt an barrierearmen Räumen, an tragfähiger Nachbarschaft, an Angeboten, die ein Altern in Würde ermöglichen“, erklärt Wenz laut der Mitteilung.
Das gemeinsam mit der Gemeinde Ebsdorfergrund entwickelte Wohnkonzept orientiert sich nach Angaben der Betreiber nicht an Bautypen, sondern am Leben der Menschen. Auf früher unbebauten Flächen ist ein Wohnumfeld entstanden, das neben modernen Ein- und Mehrfamilienhäusern das sogenannte Hausengel-Haus als Zentrum umfasst.
Gemeinschaftsräume und barrierefreie Apartments
Das Hausengel-Haus gliedert sich in verschiedene Bereiche. Im Erdgeschoss laden laut Hausengel ein Café, das neue Bürgerbüro der Gemeinde und ein Veranstaltungsraum zum Austausch ein. „Das Haus soll ein Ort der Begegnung für alle Generationen sein“, wird Simon Wenz zitiert. Dass das Konzept Interesse weckt, zeigte sich beim Fahrradaktionstag der Gemeinde: Trotz Regens war der Andrang bei den Hausführungen groß.
In den oberen Stockwerken sind die Wohngruppen für das Betreute Wohnen untergebracht. Jede Etage bietet zwölf barrierefreie Einzelapartments mit eigenem Bad. Diese dienen den Bewohnerinnen und Bewohnern als Rückzugsorte und sollen Privatsphäre sowie Sicherheit gewährleisten. Gleichzeitig stehen großzügige Wohnküchen, gemeinsame Essbereiche und Balkone für den Austausch zur Verfügung.
Pflegekräfte und Alltagsbegleiter sind direkt im Haus präsent. Unterstützungsleistungen werden nach Unternehmensangaben flexibel und situativ erbracht, angepasst an den tatsächlichen Bedarf der Bewohner.
Modellcharakter für Deutschland
Der Generationenpark Heskem-Mölln versteht sich als mehr als ein reines Bauprojekt. Nach Darstellung der Betreiber verkörpert er eine Haltung, dass Alter nicht Abgeschiedenheit bedeuten muss, sondern Teilhabe, Nähe und Würde ermöglichen kann. Für die Gemeinde stellt das Vorhaben einen Gewinn dar, für Deutschland könnte es Modellcharakter haben.
Die Hausengel Unternehmensgruppe bietet seit 2005 ambulante Fachpflege und sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ im häuslichen Umfeld an. An drei Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern betreibt das Unternehmen ambulante Kranken- und Altenpflege. Die häusliche Betreuung bietet Hausengel bundesweit an. Das Unternehmen unterhält eine eigene Struktur in Osteuropa mit Standorten in neun Ländern und ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft ausländische Pflegekräfte (BAGAP).
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