News

GKV-Spitzenverband startet Studie zu Betrug im Gesundheitswesen

Der GKV-Spitzenverband hat eine umfassende Dunkelfeldstudie zu Betrug und Korruption im Gesundheitswesen auf den Weg gebracht. Ziel ist es, das Ausmaß krimineller Handlungen besser zu erfassen und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die Studie soll objektive Daten liefern, um das Vertrauen in das Gesundheitssystem zu stärken.

Martin Krasney: "Nur wenn wir über solide Daten verfügen, können wir wirksam gegensteuern." Foto: GKV Spitzenverband

Wie Martin Krasney, Mitglied des Vorstands des GKV-Spitzenverbands, auf seinem LinkedIn-Profil mitteilte, werden dem Gesundheitssystem jährlich erhebliche Beträge durch kriminelles Handeln entzogen. Dies gehe zu Lasten der Versicherten und Arbeitgeber, die mit ihren Beiträgen die Kranken- und Pflegeversicherung finanzieren.

Dunkelziffer bei Abrechnungsbetrug soll aufgedeckt werden

Das Bundeskriminalamt stuft den Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen als „Kontrolldelikt“ ein, weshalb von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden müsse. Die vom Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands initiierte Studie soll nun mehr Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität im Gesundheitssektor bringen.

„Nur wenn wir über solide Daten verfügen, können wir wirksam gegensteuern – und damit das Vertrauen in unser Gesundheitssystem stärken“, erklärte Krasney in seinem LinkedIn-Beitrag.

Fünf zentrale Fragestellungen im Fokus

Die Studie konzentriert sich auf fünf Kernfragen:

  1. Wie hoch ist die geschätzte Dunkelziffer des Fehlverhaltens?
  2. In welchen Strukturen tritt kriminelles Verhalten besonders häufig auf?
  3. Welche Faktoren begünstigen die Kriminalität?
  4. Wie wirksam sind bestehende Kontrollmechanismen?
  5. Welche Handlungsnotwendigkeiten lassen sich ableiten?

Besonderer Wert wird auf die Unabhängigkeit und Objektivität der Untersuchung gelegt. Dafür werden Experten aus unterschiedlichen Disziplinen in die Studie eingebunden. Derzeit befindet sich das Projekt in der Konzeptionsphase.

Der GKV-Spitzenverband betont, dass durch kriminelles Handeln Einzelner ganze Berufsgruppen zu Unrecht in Misskredit geraten können – Berufsgruppen, die sich täglich mit hohem persönlichen Einsatz für die Versorgung von Patienten einsetzen.