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Hamburger Stiftungen kooperieren für bezahlbaren altersgerechten Wohnraum

Die Edgar und Nina Kummerfeldt Stiftung und die Hartwig-Hesse-Stiftung haben eine Kooperation zur langfristigen Sicherung altersgerechten bezahlbaren Wohnraums in Hamburg vereinbart. Den Auftakt bildet ein Sozialdarlehen der Kummerfeldt Stiftung über 2,65 Millionen Euro, mit dem sie bestehende Darlehenspakete des Hartwig-Hesse-Quartiers im Stiftsviertel St. Georg übernimmt. Weitere gemeinsame Projekte im sozialen Wohnungsbau sollen folgen.

Kummerfeldt Stiftung und Hartwig-Hesse-Stiftung starten Kooperation für sozialen Wohnungsbau in Hamburg. Sozialdarlehen über 2,65 Millionen Euro bildet Auftakt. Foto: Calado / fotolia

Hintergrund der Übernahme ist nach Angaben der Stiftungen das Auslaufen bisheriger Zinsbindungen, die bei einer klassischen Anschlussfinanzierung zu deutlich höheren Finanzierungskosten geführt hätten. Die eingesparten Mittel sollen der Hartwig-Hesse-Stiftung direkt für ihre gemeinnützige Arbeit zur Verfügung stehen. Die 1826 gegründete Stiftung engagiert sich nach eigenen Angaben seit 200 Jahren für würdevolles Wohnen, verlässliche Betreuung und Pflege im Alter und beschäftigt aktuell rund 360 Mitarbeitende, darunter 25 Auszubildende.

Sozialinvestor statt klassische Anschlussfinanzierung

„Die Idee des Sozialinvestors zeigt hier ihre ganze Stärke“, erklärt Maik Greb, Vorstand der Hartwig-Hesse-Stiftung. Seine Stiftung spare erhebliche Zinsaufwendungen und könne diese Mittel direkt in die gemeinnützige Arbeit lenken. Gleichzeitig könne die Kummerfeldt Stiftung ihre Stiftungsziele im sozialen Wohnungsbau mit einem Partner umsetzen, der eine sichere Verzinsung garantiere.

Fokus auf bezahlbares Wohnen im Alter

Beide Partner verstehen die Vereinbarung nach eigenen Angaben nicht als einmalige Finanzierungsmaßnahme, sondern als Startschuss für eine langfristige Zusammenarbeit im Bereich altersgerechter Wohnformen. Ulrich Horn von der Kummerfeldt Stiftung bezeichnet die Kooperation als „konkreten Hebel, um in den kommenden Jahren zusätzlichen Wohnraum für Menschen zu schaffen, die auf bezahlbare Wohnungen angewiesen sind“. Die Kummerfeldt Stiftung engagiert sich nach eigenen Angaben bereits als Partner im Bündnis Hamburger Wohnstifte für die Vernetzung der Wohnstifte.

Beide Stiftungen laden weitere Partner ein, sich an der Entwicklung neuer Wohnprojekte für ältere Menschen zu beteiligen. Gesucht werden insbesondere Grundstücke und Entwicklungsmöglichkeiten im Quartier. „Wer in Hamburg etwas für Senioren bewegen möchte, insbesondere wenn es sich um altersgerechten bezahlbaren Wohnraum handelt, findet bei uns offene Türen“, so Horn. Greb verweist auf steigende Baukosten, hohe Zinsen und knappe öffentliche Mittel, in denen kreative Partnerschaften gefragt seien.