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Initiative Klartext Pflegedokumentation: Bayern zieht nach einem Jahr Bilanz
Nach rund einem Jahr zieht das bayerische Gesundheitsministerium eine positive Bilanz zur „Initiative Klartext Pflegedokumentation“. Das Ziel: weniger Bürokratie durch Aufklärung über verbreitete Irrtümer bei der Pflegedokumentation.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach hat am Sonntag die Ergebnisse der Initiative vorgestellt. Laut dem Ministerium habe die Online-Veranstaltungsreihe zum Abbau von Bürokratie beigetragen und damit Pflegekräfte entlastet. „Wir konnten durch die Informations-Veranstaltungsreihe wertvolle Hinweise zur Pflegedokumentation geben und haben viele positive Rückmeldungen erhalten“, wird Gerlach zitiert.
Hinter der „Initiative Klartext Pflegedokumentation“ steht ein Zusammenschluss aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, dem Bayerischen Landesamt für Pflege sowie Vertretern der Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) und dem Medizinischen Dienst Bayern. Die Initiative startete laut Ministerium im August 2024, die begleitende Online-Veranstaltungsreihe folgte im Oktober desselben Jahres.
Von Oktober 2024 bis Juli 2025 fanden monatliche Online-Veranstaltungen statt, in denen über zehn sogenannte „Mythen“ der Pflegedokumentation aufgeklärt wurde. Pro Veranstaltung nahmen laut Gerlach durchschnittlich 145 Pflegekräfte teil – überwiegend aus der stationären Langzeitpflege. Ergänzend stehen nun kurze Erklärvideos auf der Homepage der Initiative bereit, die die wichtigsten Handlungsempfehlungen zusammenfassen sollen.
Medizinischer Dienst kritisiert übermäßige Dokumentation
Die Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bayern, Prof. Dr. Claudia Wöhler, ordnete das Problem fachlich ein: „Eine gute und sinnhafte Pflegedokumentation ist präzise und sparsam.“ Oft werde aufgrund von Gewohnheiten oder falschen Annahmen jedoch zu viel dokumentiert. Weit verbreitete Aussagen wie „Was nicht geschrieben ist, ist nicht gemacht“ oder „Es wird nur für die Prüfbehörden dokumentiert“ würden in den Veranstaltungen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft, so Wöhler.
Laut Ministerin Gerlach hätten die Teilnehmenden neben den inhaltlichen Informationen vor allem den direkten Austausch mit den Prüfinstanzen als gewinnbringend empfunden. Auch der Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Einrichtungen sei positiv aufgenommen worden.
Der Präsident des Bayerischen Landesamts für Pflege, Bernhard Scheibl, kündigte an, dass die Veranstaltungsreihe unter dem Namen „IKP zum Anfassen“ fortgesetzt werde. Die gemeinsame Diskussion zwischen Prüfbehörden und Pflegepraxis trage zum gegenseitigen Verständnis bei, um Dokumentationsprozesse effizienter zu gestalten, so Scheibl.
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