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Jede fünfte Pflegekraft in Deutschland kommt aus dem Ausland
Die Pflege in Deutschland ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) zunehmend auf Personal aus dem Ausland angewiesen. Anlässlich des Tages der Pflege am 12. Mai veröffentlichte die Behörde aktuelle Zahlen, wonach inzwischen rund jede fünfte Pflegekraft eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Insgesamt sorgen knapp zwei Millionen Pflegekräfte für die medizinische und pflegerische Versorgung im Land.
Die Zahl der Beschäftigten in der Pflege ist in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent gestiegen – getragen wird das Wachstum vor allem von ausländischen Arbeitskräften. Auf 100 offene Stellen kommen nur 57 arbeitslose Pflegefachkräfte. Vanessa Ahuja, Vorständin Internationales der BA, bezeichnete die ausländischen Beschäftigten als „unverzichtbare Stütze“ und forderte, sowohl inländische Potenziale stärker zu erschließen als auch zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.
Wachstum vor allem durch ausländische Beschäftigte
Laut BA ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Pflegeberufen in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent auf 1,76 Millionen gestiegen. Damit wuchs die Branche deutlich stärker als der Durchschnitt aller Beschäftigungsverhältnisse. Auf Krankenhäuser und Kliniken entfallen rund 734.000 Pflegekräfte, in der ambulanten und stationären Pflege arbeiten rund 843.000 Beschäftigte.
Das Wachstum geht zunehmend auf ausländische Arbeitskräfte zurück. Seit 2015 hat sich ihre Zahl um 256.000 auf aktuell 353.000 Beschäftigte erhöht. Damit liegt der Anteil ausländischer Staatsangehöriger in Pflegeberufen bei rund 20 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es noch etwa sieben Prozent. In Krankenhäusern und Kliniken stieg der Anteil auf 17 Prozent, in der ambulanten und stationären Pflege auf 24 Prozent.
Den Daten der BA zufolge wächst der Anteil von Beschäftigten aus Drittstaaten außerhalb der EU. Die größten Gruppen stammen aus Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Indien. Den prozentual stärksten Zuwachs verzeichnet die BA bei syrischen Staatsangehörigen: Ihre Zahl in Pflegeberufen kletterte seit 2015 von 200 auf 9.300 Beschäftigte. Das ist eine mehr als Vervierzigfachung.
Fachkräftebedarf bleibt hoch, Teilzeitquote überdurchschnittlich
Die Gewinnung neuer Beschäftigter bleibt nach Einschätzung der BA herausfordernd. In ihrer Engpassanalyse führt die Behörde sowohl examinierte Pflegefachkräfte als auch Pflegeassistenzkräfte als Mangelberufe. Bundesweit stehen 100 gemeldeten Stellen für Pflegefachkräfte lediglich 57 arbeitslose Pflegefachkräfte gegenüber. Im vergangenen Jahr förderten die BA und die Jobcenter knapp 30.000 berufliche Weiterbildungen in dem Bereich. Trotz dieser Anstrengungen werde mit Blick auf die demografische Entwicklung weiterhin auch ausländisches Personal benötigt.
Hinzu kommt ein überdurchschnittlich hoher Teilzeitanteil. Laut BA arbeitet knapp die Hälfte aller Pflegekräfte in Teilzeit, während es im Durchschnitt aller Beschäftigten rund ein Drittel ist. Dies ist nicht allein auf den hohen Frauenanteil von 81 Prozent zurückzuführen: Auch unter männlichen Pflegekräften arbeitet nahezu jeder Dritte in Teilzeit, gegenüber 14 Prozent bei allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern. Pflegeberufe umfassen nach BA-Definition Tätigkeiten in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Fachkrankenpflege und der Altenpflege.
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