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Landkreis setzt auf Laien in der ambulanten Versorgung
Ab 2029 fehlen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zunehmend Pflegekräfte. Um die ambulante Versorgung dennoch sicherzustellen, sollen künftig auch Laien stärker eingebunden werden. Das neue Projekt „Versorgt vor Ort“ setzt auf Nachbar:innen, die Pflege und Hilfe im Alltag leisten.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird der Bedarf an ambulanter Unterstützung in den kommenden Jahren stark steigen. „Gut 4400 Personen im Landkreis benötigen derzeit ambulante Unterstützung. 2030 werden es mehr als 4850 Menschen sein“, heißt es in der Mitteilung. Ab 2029 werden jedoch mehr Pflegekräfte in Rente gehen, als neue Fachkräfte nachrücken.
Um drohende Versorgungslücken zu schließen, soll das Projekt „Versorgt vor Ort“ helfen. Dabei übernehmen künftig auch Nachbar:innen einfache Pflegeleistungen oder unterstützen im Haushalt. Beschäftigt werden sie nicht von einem neuen kommunalen Pflegedienst, sondern über bestehende ambulante Dienste oder gemeinnützige Organisationen. Wie merkur.de berichtet, soll das Modell besonders in ländlichen Regionen neue Versorgungswege eröffnen.
Kritik an Quartierpflege – neues Konzept überzeugt
Ein zuvor diskutiertes Modell der „Quartierpflege“, bei dem Nachbar:innen eigenständig Leistungen gegen Entgelt erbringen sollten, stieß auf wenig Zustimmung. Ambulante Dienste hätten signalisiert, „dass sie durchaus in der Lage sind, diese Leistungen zu übernehmen“, so Christiane Bäumler vom Fachbereich Senioren.
Das neue Konzept sieht nun eine enge Zusammenarbeit mit bestehenden Pflegediensten vor. „Das gefällt uns besser – vor allem wegen der Anbindung an die Pflegedienste“, sagte Franz Schöttl (CSU). Auch die Grünen begrüßten die Pläne: „Es wäre wünschenswert, wenn sich möglichst viele Kommunen beteiligen würden“, so Barbara Schwendner.
Kommunen sollen Helfer:innen gewinnen
Die Gemeinden übernehmen künftig eine zentrale Rolle bei der Gewinnung von Helfer:innen. Koordiniert werden könnten diese etwa durch Quartiersmanager:innen oder Gemeindeschwestern. Denkbar sei auch eine Anschubfinanzierung durch den Landkreis. „Der Betrag ist ein Bekenntnis, dass der Kreis hinter der Idee steht“, betonte Sozialamtsleiter Thomas Bigl.
Der Kreistag beschloss einstimmig, dass „Versorgt vor Ort“ als Projekt einzelner Kommunen begleitet und – vorbehaltlich der Haushaltsberatungen – zeitlich befristet finanziell unterstützt wird. Laut merkur.de soll das Projekt ab 2026 schrittweise umgesetzt und regelmäßig evaluiert werden.
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