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Mit System gegen den Personalmangel: München qualifiziert internationale Pflegekräfte
Die Landeshauptstadt München begegnet dem anhaltenden Fachkräftemangel in der Pflege mit einem bundesweit beachteten Modellprojekt. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, erhalten Pflegefachpersonen aus dem Ausland im Kompetenzzentrum für internationale Pflegekräfte (KiP) der städtischen München Klinik gezielte Unterstützung, um ihre beruflichen Abschlüsse anerkennen zu lassen und schnellstmöglich in deutschen Einrichtungen eingesetzt werden zu können. Ziel ist es, bis zu 500 neue Pflegekräfte pro Jahr zu qualifizieren.
Laut der Augsburger Allgemeinen bietet das KiP internationalen Fachkräften die Möglichkeit, alle erforderlichen Anpassungsmaßnahmen – von der Sprachförderung über theoretische Schulungen bis hin zu praktischen Übungen – an einem Ort zu absolvieren. So sollen lange Wartezeiten zwischen Antragstellung und Berufszulassung verkürzt werden. Münchens Gesundheitsbürgermeisterin Verena Dietl (SPD) betont: „Fachkräfte können bei uns alle Schritte zur Anerkennung gebündelt durchlaufen. Das spart Zeit und Aufwand – und lindert Personalengpässe schneller.“
Die Weiterbildung erfolgt laut dem Bericht in einer hochmodernen Lernumgebung, in der unter anderem digitale Simulationen und realitätsnahe Übungspuppen eingesetzt werden. Das Projekt befindet sich in einer dreijährigen Pilotphase, die die Stadt München mit drei Millionen Euro jährlich finanziert.
Fachkräfte dringend gefragt
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) betont die Bedeutung internationaler Fachkräfte. In Bayern seien zum Stichtag 31. März 2025 rund 239.549 Pflegekräfte beschäftigt gewesen – davon knapp ein Fünftel mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Gerlach weist darauf hin, dass erfolgreiche Integration weit über die Anerkennung beruflicher Abschlüsse hinausgehe: „Eine gelungene Integration setzt voraus, dass ausländische Pflegekräfte sowohl fachlich, sprachlich als auch sozial bestmöglich eingebunden werden.“
Da sich gerade kleinere Einrichtungen keinen eigenen Integrationsmanager leisten können, stellt das Ministerium Handlungsleitfäden und Best-Practice-Beispiele zur Verfügung.
Integration braucht Struktur
Auch Träger in Schwaben setzen auf eigene Konzepte, um internationale Mitarbeitende erfolgreich einzugliedern. Wie die Zeitung weiter berichtet, hat die AWO Schwaben eigens eine Integrationsstelle geschaffen, um ausländische Pflegekräfte professionell zu begleiten. Vorstandsvorsitzender Dieter Egger sagt, man lege großen Wert auf strukturierte Unterstützung und eine individuelle Betreuung der Fachkräfte.
Aktuell fehlen der AWO Schwaben rund 180 Pflegekräfte, um die 22 Seniorenheime vollständig zu betreiben. Egger verweist laut Augsburger Allgemeine zugleich auf bestehende Hürden, etwa lange Wartezeiten bei Ausländerbehörden oder Verzögerungen bei Sprachkursen. Positiv sei dagegen die beschleunigte Bearbeitung durch die Zentrale Stelle für die Einwanderung von Fachkräften (ZSEF) und das Landesamt für Pflege, die mittlerweile zügig auf Anträge reagieren.
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