News

Ohne Ehrenamtskoordination bricht Engagement weg

Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember fordert der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) Bund und Länder auf, die Finanzierung hauptamtlicher Ehrenamtskoordinationen bundesweit zu sichern. Nur mit professioneller Begleitung könne Ehrenamt in der gesamten Altenhilfe – von Begegnungsangeboten im Alltag bis zur Pflege – nachhaltig wirken. Ohne verlässliche Strukturen drohe Engagement an Grenzen zu stoßen, mit Folgen für Teilhabe und sozialen Zusammenhalt.

Rainer Lehmler (links im Bild) ist im Caritasverband Westerwald Rhein-Lahn seit über zehn Jahren als Ehrenamtskoordinator tätig und hat unter anderem Bernd Kaltenhäuser als Ehrenamtlichen gewonnen und begleitet. Dieser sorgt mit Gitarre und Musik regelmäßig für Abwechslung und Unterhaltung. Foto: Caritasverband Westerwald Rhein-Lahn, Holger Pöritzsch

„Ehrenamt ist gelebte Solidarität und Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Ehrenamtlich engagierte Menschen tragen dazu bei, dass Pflegeeinrichtungen Orte des Lebens, der Begegnung und der Teilhabe bleiben. Gleichzeitig darf ihr Engagement nicht zur persönlichen Belastung werden, sondern braucht faire und verlässliche Rahmenbedingungen“, sagt Barbara Dietrich-Schleicher, Vorsitzende des VKAD.

Ehrenamtskoordination sei kein Add-on. „Ohne professionelle Begleitung verlieren wir Menschen, die sich einbringen wollen.“ Ehrenamt funktioniere nicht von selbst. Die Einbindung, Qualifizierung und Begleitung freiwillig engagierter Menschen erfordere fachliche Kompetenz, Zeit und Struktur. Der VKAD fordert deshalb eine bundesweit verlässliche öffentliche Refinanzierung hauptamtlicher Ehrenamtskoordinationen vom Seniorencafé bis zum Pflegeheim.

Damit Engagement für alle möglich ist – unabhängig von Einkommen oder Lebenssituation – spricht sich der VKAD für Rahmenbedingungen aus, die die Bereitschaft zum Mitwirken stärken: etwa steuerliche Erleichterungen, Ehrenamtskarten, kostenfreie Deutschlandtickets oder zusätzliche Rentenpunkte. „Ehrenamt ist keine kostenlose Ressource“, so Barbara Dietrich-Schleicher. „Es ist ein zentraler Pfeiler unserer sozialen Infrastruktur. Wer die Rahmenbedingungen stärkt, stärkt das Miteinander im Alter und damit unsere gemeinsame Zukunft.“