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Pflege braucht Daten statt Roboter: Caritas-Fachforum diskutiert KI-Potenziale

Künstliche Intelligenz kann Pflegekräfte entlasten – wenn sie sinnvoll genutzt wird. Das war eine zentrale Botschaft des Fachforums „Pflege“, zu dem der Caritasverband für das Bistum Essen rund 60 Expert*innen eingeladen hatte. Besonders im Fokus: Der verantwortungsvolle und strategische Umgang mit Daten.

Digitalisierungsexperte Martin Schnellhammer Foto: Caritas Essen | Christoph Grätz

„Wir brauchen nicht Roboter, sondern Daten und deren Nutzung“ – mit dieser klaren Aussage eröffnete Martin Schnellhammer das vom Caritasverband für das Bistum Essen veranstaltete Fachforum „Pflege“. Rund 60 Fachkräfte aus Pflege und Hospiz diskutierten dort über die Chancen und Herausforderungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) in der Pflege.

Daten als Schlüssel zur Entlastung

Schnellhammer, Geschäftsbereichsleiter des „Living Lab Wohnen und Pflege“ an der Hochschule Osnabrück, sieht großes Potenzial in der Digitalisierung für Wohlfahrtsverbände. „Ein PDF hochzuladen, ist noch keine Digitalisierung!“, sagte der KI-Experte. Stattdessen gehe es darum, digitale Daten strukturiert in Pflegeprozesse zu integrieren – etwa durch den Einsatz KI-gesteuerter Hausnotrufsysteme oder intelligenter Bewegungsanalysen, die Auffälligkeiten automatisch an Pflegekräfte melden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Caritas Essen.

Kritisch äußerte sich Schnellhammer über den Stand der Digitalisierung im sozialen Bereich: „Deutschland ist in diesem Feld europäisches Schlusslicht.“ Dennoch erkennt er Fortschrittspotenzial in der Wohlfahrt – insbesondere bei der Caritas, die laut seiner Einschätzung im Bereich Digitalisierung innerhalb der freien Träger eine Vorreiterrolle einnimmt.

KI-Gesetz bringt neue Anforderungen für Pflegeeinrichtungen

Auch die politischen Rahmenbedingungen waren Thema des Forums. Sebastian Geis, Fachreferent beim Caritasverband für das Bistum Essen, erläuterte in seinem Vortrag die Konsequenzen des EU-Gesetzes zur Regulierung von KI (AI Act) für Pflegeeinrichtungen. Laut Geis seien Träger künftig verpflichtet, den Einsatz von KI-Technologien zu bewerten, Risiken zu dokumentieren und transparent zu kommunizieren. „Statt abzuwarten, sollten Einrichtungen schon jetzt klare Leitplanken entwickeln und Mitarbeitende qualifizieren“, so sein Appell.

Digitalisierung aktiv gestalten

In den anschließenden Diskussionsrunden wurde deutlich: Digitalisierung und KI bieten große Chancen für die Zukunft der Pflege – vorausgesetzt, sie werden aktiv, verantwortungsvoll und praxisnah gestaltet. Das Fachforum bot den Teilnehmenden eine Plattform für Austausch und Vernetzung.

Hintergrund:
Das Forum Pflege des Caritasverbands für das Bistum Essen findet regelmäßig viermal im Jahr statt. Eingeladen sind Mitarbeitende aus ambulanter, stationärer und teilstationärer Pflege sowie aus der Hospizarbeit. Ziel ist es, aktuelle Themen praxisnah zu diskutieren und gemeinsam zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.