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Pflege im Aufwind – doch die Gegensätze bleiben

Altenpflegekräfte erleben laut aktuellem Berufsgesundheits-Index (BeGX) erstmals seit 2019 wieder eine leichte Erholung ihrer Berufsgesundheit. Der gemeinsame Bericht der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund zeigt: Zwar steigt die Zufriedenheit mit dem Einkommen, doch Arbeitsbedingungen und Stimmung verschlechtern sich teils deutlich. Insgesamt bleibt das Bild zwiespältig – zwischen Fortschritt und Frust im Pflegealltag.

Erstmals seit 2019 zeigt der Berufsgesundheits-Index (BeGX) für Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege wieder eine positive Entwicklung. AdobeStock/Kzenon

Erstmals seit 2019 zeigt der Berufsgesundheits-Index (BeGX) für Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege wieder eine positive Entwicklung. Das geht aus der vierten gemeinsamen Auswertung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund hervor. Ein wesentlicher Grund dafür ist laut Bericht das Ende der pandemischen Lage.

Der Index, der die sozioökonomische Berufsgesundheit zwischen 2013 und 2023 abbildet, stieg in der Altenpflege um 4 Punkte auf 94, in der Krankenpflege sogar um 9 Punkte auf 86. Grundlage sind Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP). Der Wert 100 entspricht dem Basisjahr, höhere Werte zeigen Verbesserungen der Berufsgesundheit an.

Höheres Einkommen, aber sinkende Arbeitsfreude

In der Dimension „Ressourcen“ legten beide Berufsgruppen leicht zu: Altenpflegekräfte erreichten 97 Punkte (+1), Krankenpflegekräfte 94 (+4). Besonders stark stieg die Zufriedenheit mit dem Einkommen – in der Altenpflege von 114 auf 125 Punkte, in der Krankenpflege von 101 auf 111. Gleichzeitig sinkt jedoch die Zufriedenheit mit der Arbeit selbst. In der Altenpflege fiel der Wert bereits zum dritten Mal in Folge auf 86 Punkte (-6). In der Krankenpflege blieb er mit 98 Punkten (+1) nahezu unverändert. Mehr Geld bedeutet also nicht automatisch mehr Zufriedenheit.

Verbesserte Erwerbsfähigkeit trifft auf schlechtere Arbeitsbedingungen

Trotz der finanziellen Aufwärtstendenz verschlechtern sich die „Arbeitsbedingungen“: In der Altenpflege fiel der Wert auf 119 Punkte (-4), in der Krankenpflege auf 102 (-10). Hauptgründe sind häufiger wechselnde Arbeitszeiten und mehr befristete Beschäftigungsverhältnisse. Auch beim Indikator „Überstunden“ zeigt sich in der Altenpflege ein Rückgang, in der Krankenpflege dagegen ein Anstieg.

Deutlich verbessert hat sich die Dimension „Arbeits- und Erwerbsfähigkeit“. In der Altenpflege stieg der Wert von 25 auf 68 Punkte, in der Krankenpflege von 7 auf 49. Ausschlaggebend ist der starke Rückgang der Verdachtsmeldungen auf Berufskrankheiten, die in der Covid-19-Pandemie massiv zugenommen hatten. Dennoch liegt das Niveau weiter unter dem anderer Berufsgruppen.

Hohe Fehlzeiten, gespaltene Stimmung

Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage stagniert auf hohem Niveau: Altenpflegekräfte waren 2023 durchschnittlich 33 Tage krank (Indexwert 72), Krankenpflegekräfte 29 Tage (62). Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Berufsgruppen liegt bei 15,1 Tagen. Auch das Risiko einer Erwerbsminderungsrente bleibt überdurchschnittlich – in der Altenpflege steigt der Indexwert leicht auf 108 Punkte (+7), in der Krankenpflege sinkt er auf 89 (-6).

Besonders kontrastreich zeigt sich das Medien-Meinungsklima: Während die Altenpflege mit 94 Punkten (-24) deutlich negativer bewertet wird – geprägt von Schlagzeilen über Fachkräftemangel, Pflegeversicherung und Heimplenen – hält sich die Krankenpflege stabil bei 99 Punkten (+2). Hier dominieren Diskussionen um Krankenhausfinanzierung und die künftige Versorgungsstruktur.

Der vollständige Bericht zum Berufsgesundheits-Index (BeGX) steht unter www.bgw-online.de/begx-2025 zum Download bereit.