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Pflegeausbildung in Teilzeit

Im März und April 2026 starteten in der Agaplesion Markus Diakonie gGmbH neue Auszubildende in der Pflege, ein Teil davon in einem Teilzeitmodell. Das Angebot richtet sich vor allem an Eltern mit jungen Kindern, die Familie und Beruf verbinden wollen.

(v.l.n.r.): Auszubildende Evelina Herbut, Pflegepuppe Heidrun, Praxisanleiterin Christina Ehm und Praxisanleiter Christian Hoim.
(v.l.n.r.): Auszubildende Evelina Herbut, Pflegepuppe Heidrun, Praxisanleiterin Christina Ehm und Praxisanleiter Christian Hoim. Foto: Agaplesion Markus Diakonie

Während Teilzeitarbeit in der öffentlichen Debatte zuletzt mit Schlagworten wie „Lifestyle-Teilzeit“ kritisch diskutiert wurde, ist das Modell in der Ausbildung beim Frankfurter Träger nach eigenen Angaben bereits etabliert. Die reguläre Pflegeausbildung in Vollzeit umfasst laut Unternehmensangaben drei Jahre. Das erste Lehrjahr ist ein Orientierungsjahr mit einem kontinuierlichen Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen. Im zweiten Lehrjahr folgen Praxiseinsätze in der ambulanten Pflege, der Pädiatrie, der Akutpflege im Krankenhaus sowie der stationären Langzeitpflege in der Altenpflege. Das dritte Lehrjahr umfasst einen Einsatz in der Psychiatrie und die Vertiefungseinsätze.

Im Teilzeitmodell verlängert sich die Ausbildung auf vier Jahre. Die Auszubildenden arbeiten 25 Stunden pro Woche und die reduzierte Stundenzahl wird laut Agaplesion von allen beteiligten Praxisstellen mitgetragen. Die Ausbildung erfolgt in Kooperation mit Pflegeschulen, die nach Angaben von Praxisanleiterin Christina Ehm alle zwei Jahre eine Teilzeitausbildung anbieten.

Zielgruppe Eltern mit Kindern

Die aktuell in Teilzeit Auszubildenden sind laut Unternehmensangaben zwischen 30 und 50 Jahre alt. Gemeinsam ist ihnen, dass sie junge oder schulpflichtige Kinder haben. Praxisanleiterin Christina Ehm zeigt sich vom Modell überzeugt: „Gerade für junge Eltern, bei uns sind das oftmals Mütter, lässt sich so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser ermöglichen.“

Um die Vereinbarkeit zu unterstützen, bietet der Träger flexiblere Arbeitszeiten an. So können Dienste zu späteren Zeitpunkten angetreten und Urlaube flexibler geplant werden.

Ein Beispiel ist die 34-jährige Evelina Herbut, die im März mit einem Theorieblock in die Ausbildung gestartet ist. Aktuell absolviert sie ihren ersten praktischen Einsatz im Agaplesion Schwanthaler Carré und arbeitet an fünf Tagen pro Woche von 8:30 bis 13:30 Uhr. Parallel zur Ausbildung als Pflegefachfrau absolviert sie eine zweite Ausbildung zur Heilpraktikerin. Die Pflegeausbildung ist nach eigenen Angaben ihr erster Kontakt zu diesem Arbeitsfeld. „Als Mutter einer jungen Tochter habe ich durch das Teilzeitmodell mehr Zeit für das Lernen und die Familie“, wird Herbut zitiert.