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Sozial- und Gesundheitswirtschaft setzt auf Stabilisierung und strategische Weiterentwicklung
Die Sozial- und Gesundheitswirtschaft in Deutschland richtet sich angesichts schwieriger Rahmenbedingungen zunehmend auf Stabilisierung und langfristige Entwicklung aus. Das geht aus dem achten „Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ hervor, das die SozialGestaltung im Auftrag der SozialBank veröffentlicht hat.
Steigende Kosten, politische Unsicherheiten und schwierige Refinanzierungsbedingungen prägen demnach die Lage der Branche. Laut Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Organisationen ihre wirtschaftliche Situation als angespannt oder eher angespannt – ein leichter Rückgang um drei Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Erhebung. Fünf Prozent schätzen ihre Lage als sehr gut ein, während 29 Prozent sie als gut bewerten.
Für das Jahr 2026 rechnen 29 Prozent der Befragten mit einem Jahresfehlbetrag und damit etwa so viele wie im Vorjahr. Insgesamt fällt die Erwartung für die kommenden sechs Monate etwas optimistischer aus als zuletzt.
„Die Einrichtungen zeigen in einem herausfordernden Umfeld eine hohe Stabilität und Anpassungsfähigkeit“, sagte Susanne Leciejewski, Geschäftsführerin der SozialGestaltung. Um von der Stabilisierung wieder stärker in eine Wachstumsphase zu kommen, seien jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen notwendig.
Unsicherheiten im Zusammenhang mit gesetzlichen Reformen
Als größte Herausforderungen nennen die Befragten insbesondere steigende Lohnkosten (59 Prozent) sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit gesetzlichen Reformen (49 Prozent). Der Fachkräftemangel bleibt mit 48 Prozent ein zentrales Thema.
Entsprechend setzen viele Organisationen klare Schwerpunkte: 56 Prozent wollen ihre Liquidität sichern, 51 Prozent ihre Auslastung verbessern. Gleichzeitig gewinnen Investitionen in Personal (76 Prozent) und die Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen (49 Prozent) deutlich an Bedeutung.
Dagegen werden Investitionen in Immobilien zurückhaltender angegangen. Mehr als die Hälfte der Einrichtungen verschiebt entsprechende Projekte zumindest teilweise. Auch Maßnahmen zur Nachhaltigkeit werden derzeit weniger priorisiert.
Laut Studie bestehen zudem in der Unternehmenssteuerung noch Entwicklungsmöglichkeiten. So erhält nur etwa die Hälfte der Organisationen regelmäßig monatliche Belegungsdaten, und bei rund einem Drittel kommen Berichte zu spät für eine wirksame Steuerung.
An der Umfrage beteiligten sich zwischen dem 18. März und dem 12. April 2026 mehr als 150 Branchenexpertinnen und -experten. Das vollständige „Trendbarometer Sozial- und Gesundheitswirtschaft“ steht kostenfrei zum Download bereit unter: www.sozialbank.de/trendbarometer
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