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Soziale Robotik und Demenzpflege: PARO-Forscherin Barbara Klein tritt in den Ruhestand

Sie brachte die Kuschelrobbe PARO in die Pflegeforschung: Die Frankfurter Sozialwissenschaftlerin Barbara Klein, Pionierin der Robotik in der Demenzbetreuung, geht nach 19 Jahren an der Frankfurt UAS in den Ruhestand.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke und Vizepräsidentin Prof. Dr. Susanne Rägle (r.) verabschiedeten Prof. Dr. Barbara Klein in den Ruhestand.
Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke und Vizepräsidentin Prof. Dr. Susanne Rägle (r.) verabschiedeten Prof. Dr. Barbara Klein in den Ruhestand. Foto: Lothar Eichhorn/Frankfurt UAS

Die Sozialwissenschaftlerin und Robotik-Pionierin Barbara Klein, bekannt für ihre frühe Forschung zum Einsatz der therapeutischen Robbenroboterin PARO in der Demenzpflege, verabschiedet sich zum 1. April 2026 aus der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Seit 2007 lehrte und forschte sie dort als Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit und prägte das Feld technikgestützter Unterstützungssysteme im Sozial- und Gesundheitswesen nachhaltig.

Klein gehörte zu den ersten Forschenden in Deutschland, die PARO zur emotionalen Ansprache von Menschen mit Demenz einsetzten. Ihr 2009 gestartetes Lehrforschungsprojekt gilt bis heute als Meilenstein für den verantwortungsvollen Umgang mit sozialer Robotik in der Pflege. Bei allen Entwicklungen standen für sie Akzeptanz, Gebrauchstauglichkeit und ethische Fragen stets im Mittelpunkt.

Als langjährige Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING und seit 2021 als Dekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit trieb Klein die anwendungsorientierte Forschung entscheidend voran. Hochschulpräsident Kai‑Oliver Schocke würdigte sie als „Pionierin emotionaler und sozialer Robotik“, deren Arbeit weit über die Hochschule hinaus gewirkt habe.

2018 gehörte Klein zu den Mitgründerinnen von FUTURE AGING und leitete das Zentrum viele Jahre. Dort entstehen gemeinsam mit Partnern aus Praxis und Wirtschaft innovative Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Für ihre Leistungen erhielt sie 2019 den Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

Der Transfer in den Pflegealltag spielte für Klein stets eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Kolleginnen und Partnern gestaltete sie bedeutende Ausstellungen zum barrierefreien Wohnen und Leben – ausgezeichnet unter anderem 2013 mit dem Hessischen Staatspreis für Universelles Design.

International ist Klein breit vernetzt. Zuletzt war sie Vice President 2024 der International Society for Gerontechnology und Präsidentin des Austrian‑German‑Swiss Chapters. Ihre Expertise floss in mehr als 200 Publikationen und in den Achten Altersbericht der Bundesregierung ein.

Zum Abschied betonte Klein die Bedeutung der engen Zusammenarbeit mit der Pflegepraxis. Diese Partnerschaften hätten ermöglicht, „technologische Innovationen im Sozial- und Gesundheitswesen gemeinsam weiterzuentwickeln und verantwortungsvoll in die Anwendung zu bringen“.

Die Leitung des Forschungszentrums FUTURE AGING übernehmen künftig die Professorinnen Miriam Peters und Lisa Schmidt. Neuer Dekan des Fachbereichs ist Gero Lipsmeier.