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Subjektorientierte Qualitätssicherung: Eine hochrelevante Zukunftsperspektive

Häusliche Pflegearrangements gezielter entlasten, Begutachtungergebnisse des MD systematischer nutzen: Der Ansatz der Subjektorientierten Qualitätssicherung (SQS) öffnet den Blick für Potenziale und Perspektiven in der ambulanten Versorgung.

Bild: hkama - AdobeStock. SQS geht von der Annahme aus, dass die vom Medizinischen Dienst während der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit systematisch erhobenen Wahrnehmungen und Befunde Hinweise auf Risikosituationen und Unterstützungsbedarfe von Pflegearrangements zugänglich machen, wenn sie denn systematisch „gescreent“ werden.

Seit 2017 beschäftigen sich der Sozialexperte Prof. Dr. Thomas Klie und der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Andreas Büscher mit dem Ansatz der sogenannten Subjektorientierten Qualitätssicherung (SGS). Wie die beiden Fachleute im Schwerpunktthema der März-Ausgabe von „Häusliche Pflege“ schreiben, reflektiere der Titel Subjektorientierte Qualitätssicherung die aktuelle Fokussierung der Qualitätsdiskussion auf den institutionellen Bereich und kehre sie um: von der Institution zur Person.

Zentrale Fragen seien: Wie lässt sich die Lebenssituation von auf Pflege angewiesenen Menschen in ihrer eigenen Häuslichkeit besser in den Blick nehmen, wie können für die Stabilisierung häuslicher Pflegearrangements wichtige Hilfen und Entlastungsangebote für die jeweiligen Pflegehaushalte erschlossen werden? Wie können die Wahrnehmungen des Medizinischen Dienstes (MD) bei der Pflegebegutachtung konsequenter genutzt werden, um häusliche Pflegearrangements zu unterstützen und entsprechende Beratung durch Pflegekassen und andere Stellen zu initiieren?

Pflegehaushalte angemessen begleiten

Gerade den MD haben Klie und Büscher dabei besonders im Blick: „Das pflegewissenschaftlich fundierte Konzept der Pflegebedürftigkeit gemäß § 14 SGB XI ermöglich weit mehr als die Ausweisung eines Pflegegrades“, so unterstreichen die beiden Experten. „SQS kann dazu dienen, die wichtige professionelle Rolle des Medizinischen Dienstes zu stärken und die Pflegekassen mit ihren jeweiligen regionalen und örtlichen Partnern in die Lage zu versetzen, Pflegehaushalte angemessen zu begleiten, zu beraten und im Bedarfsfalle zu intervenieren. SQS eignet sich insofern, die Neubestimmung der Rollen zwischen Medizinischem Dienst und Pflegekassen und eine effiziente Kooperation zu unterstützen.“ Der Ansatz von SQS nehme anders als das bisherige System der Pflegeversicherung die Gesamtverantwortung für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung in den Blick und löse den Einsatz von Pflegefachkräften aus der Logik der Refinanzierung von Einzelleistungen heraus.

Lesen Sie den ganzen Beitrag in der aktuellen Ausgabe von Häusliche Pflege.