Pflegepolitik

Thüringen ersetzt Pflegekurs durch Info-Flyer

Bislang mussten Nachbarn, die Pflegebedürftige unterstützen, einen mehrstündigen Kurs absolvieren, um eine Aufwandsentschädigung der Pflegekasse zu erhalten. Thüringen will diese Hürde noch in diesem Jahr abbauen: Künftig soll die Lektüre eines Flyers ausreichen. Die zugrundeliegende Richtlinie muss dafür allerdings noch geändert werden.

Katharina Schenk (SPD), Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie Foto: TSG/Jakob Schröter

Die Verpflichtung, einen Pflegekurs zu absolvieren, soll für Nachbarschaftshelfer:innen in Thüringen entfallen. Statt der bislang vorgeschriebenen Schulung soll künftig ein Flyer mit Hinweisen zum Umgang mit älteren Menschen genügen, um Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung der Pflegekasse zu haben. Das kündigte Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk (SPD) laut Deutscher Presse-Agentur während einer Plenardebatte im Erfurter Landtag an. Schenk sprach von Entbürokratisierung und einem „Vertrauensvorschuss“.

Ein konkretes Startdatum nannte das Ministerium nicht. Zunächst müsse eine Richtlinie angepasst werden, was nach Aussage einer Ministeriumssprecherin noch einige Monate dauern könne. Die Vereinfachung solle aber noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Die Vermittlung in die bisherigen Kurse habe sich als große Hürde für pflegende Nachbar:innen erwiesen, so Schenk. Die Kurspflicht wurde daher bereits über eine Übergangsregelung ausgesetzt. Die Empfehlung, einen solchen Kurs zu besuchen, soll allerdings bestehen bleiben.

Die Schulungen umfassen nach früheren Angaben des Ministeriums fünf Einheiten zu je 90 Minuten. Vermittelt wird dort unter anderem der Umgang mit körperlichen und seelischen Belastungen, die bei der Nachbarschaftshilfe entstehen können. (dpa/ck)