Corona

Verdi gegen Corona-Impfpflicht in der Pflege

Die Gewerkschaft Verdi spricht sich gegen eine Impfpflicht für bestimmte Berufsbereiche aus. „Am Prinzip der Freiwilligkeit des Impfens sollte nicht gerüttelt werden“, sagte David Matrai, Fachbereichsleiter des Landesbezirks Niedersachsen-Bremen der Deutschen Presse-Agentur. Die Impfquote in den entscheidenden Bereichen der Arbeit mit vulnerablen Personen – also gefährdeten Menschen im Gesundheitswesen, in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Wohnheimen – sei überdurchschnittlich hoch.

Foto: Adobe Stock/nmann77 "Unter Abwägung aller Argumente sei es kontraproduktiv, für die diskutierten Gruppen eine Impfpflicht einzuführen", sagte Verdi-Vertreter Matrai über eine Impfpflicht in der Pflege.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte nach den Beratungen von Bund und Ländern in der Vorwoche gesagt, dass ein besserer Schutz von besonders verletzlichen Gruppen wie Menschen in Pflegeheimen festgehalten worden sei. „Zudem gibt es die klare Ansage, dass wir für eine Impfpflicht sind für Berufsgruppen, die in solchen Einrichtungen arbeiten“, hatte Weil gesagt und auf Konsens unter den Länderchefs sowie Angela Merkel (CDU) als geschäftsführender Kanzlerin verwiesen.

„Unter Abwägung aller Argumente sei es kontraproduktiv, für die diskutierten Gruppen eine Impfpflicht einzuführen“, sagte Verdi-Vertreter Matrai. Ihm zufolge ist eher zu befürchten, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, zumindest vorübergehend aus diesen Berufen aussteigen werden. „Einen weiteren Exodus des Personals und damit eine Verschärfung des Personalmangels, insbesondere in der Pflege, können wir uns im Kampf gegen die Pandemie nicht leisten“, sagte er.

Der Bundesrat hatte am 18. November weiteren Corona-Auflagen zugestimmt, darunter auch eine einrichtungsbezogene Impfpflicht. (dpa)