Management

Von Zahlenkolonne zu Planungsassistent: Gut organisiert die Finanzen im Blick behalten

Was ist die Geschäftsidee, welche Ziele verfolgt das Unternehmen und mit welchen finanziellen Mitteln sollen diese umgesetzt werden? Diese Fragen sollten sich Unternehmensgründer:innen stellen.

Factoring kann durch Vorfinanzierung helfen, finanzielle Lücken zu überbrücken. Bild: SozialFactoring GmbH

Von Andreas Dehlzeit

Wer ein eigenes Unternehmen gründet, sollte direkt zu Beginn ein gutes Unternehmenskonzept haben und einen gesunden Mix verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten berücksichtigen. Hilfreich ist dabei ein Businessplan, der nicht nur den eigenen Überblick über Konzepte und Strukturen sichert, sondern auch verpflichtend ist, wenn für die Gründung Fremdkapital benötigt wird.  

Ein Businessplan sollte folgende Punkte beinhalten: 

  • Geschäftsidee 
  • Gründerprofil / Gründungsteam 
  • Markteinschätzung 
  • Wettbewerbssituation 
  • Standort 
  • Unternehmensorganisations- und Personalmanagement
  • Risikoanalyse 
  • Finanzwirtschaftliche Planungen 

Liquiditätsplan als wirtschaftlicher Vorteil

Der Liquiditätsplan ist ein wesentlicher Bestandteil der finanzwirtschaftlichen Planung und des betrieblichen Controllings. Da dort die Ein- und Auszahlungen an ihren jeweiligen Fälligkeitsterminen gegenübergestellt werden, unterstützt er nicht nur die Kalkulation der zu erwartenden Zahlungsströme, sondern auch die vorausschauende Planung der Zahlungsfähigkeit.  

Insbesondere bei der Abrechnung mit den Kranken- und Pflegekassen kommt es bei Leistungserbringern immer wieder zu Liquiditätsengpässen. Aufgrund der langen Zahlungsziele der Leistungsträger kämpfen viele Pflegedienste monatlich mit der Differenz zwischen den Zahlungseingängen der Krankenkassen und den laufenden Kosten. Oft warten Leistungserbringer 30, 60 oder 90 Tage auf das Geld der Leistungsträger und müssen in dieser Zeit sämtliche Fixkosten wie Löhne und Gehälter, Miete, Betriebs- und Materialkosten vorfinanzieren. Dies kann gerade in der Anfangszeit zu enormen Liquiditätsengpässen bei Existenzgründern führen. Hinzu kommt, dass neu gegründete Pflegedienste bereits drei Gehälter zahlen müssen, bevor der erste Patientenvertrag unterschrieben ist. Da der Gesetzgeber die Beschäftigung von mindestens drei examinierten Pflegekräften in Vollzeit inklusive einer Pflegedienstleitung vorschreibt, sind die Anfangskosten für Existenzgründer besonders hoch. 

Gesunder Finanzierungsmix

Aus diesem Grund sollte ein Betrieb bereits von Beginn an finanziell auf sicheren Beinen stehen. Mit einem gesunden Mix aus wirtschaftlichen Finanzierungsalternativen kann die Zahlungsfähigkeit sicher geplant und gezielt unterstützt werden. Viele Pflegedienste nutzen daher die Vorfinanzierung durch Factoring. Factoring ermöglicht sofortige Liquidität aus offenen Forderungen gegenüber Kranken- oder Pflegekassen und sichert langfristig Löhne und Gehälter der Mitarbeiter:innen sowie Miete und weitere Betriebskosten. Da Unternehmen des Sozial- und Gesundheitswesens bei der Abrechnung mit den Kranken- und Pflegekassen einige Besonderheiten beachten müssen, empfiehlt es sich, einen Factoring-Anbieter zu wählen, der sich auf diese Branche spezialisiert hat und entsprechende Erfahrungen nachweisen kann. 

Für weitere Informationen zum Thema Factoring, schauen Sie gerne auf der Webseite der SozialFactoring vorbei. Eine persönliche Checkliste, in der alle wichtigen Schritte für Existenzgründer:innen festgehalten werden, finden Sie auf der kostenfreien Plattform „Mein Gründerportal Pflege“.  


Teil 1 der Artikelserie lesen Sie hier: Pflegedienst gründen in stürmischen Zeiten!? – Zahlen, Daten, Fakten und Voraussetzungen

Teil 2 der Artikelserie lesen Sie hier: Unternehmensgründung: Zwischen Analyse und Gesetzestexten