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Was ist mit den neuen gemeinschaftlichen Wohnformen?
Mit dem Pflegekompetenzgesetz schafft die Bundesregierung erstmals einen Rahmen für gemeinschaftliche Wohnformen zwischen stationärer und ambulanter Pflege. Doch Verbände und Krankenkassen warnen vor Überregulierung, zusätzlicher Bürokratie und einem Rückschritt für bewährte Pflege-Wohngemeinschaften.
Mit dem neuen Pflegekompetenzgesetz will die Bundesregierung auch alternative Wohn- und Versorgungsformen stärken. Das Gesetz schafft dazu erstmals einen rechtlichen Rahmen für gemeinschaftliche Wohnformen, die zwischen stationärer und ambulanter Pflege liegen. Träger sollen in Modellprojekten sektorübergreifende Ansätze erproben können. Zugleich soll die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Pflegekassen gefördert werden, um regionale Netzwerke und eine bessere Pflegeplanung zu ermöglichen.
Doch aus der Praxis kommt deutliche Kritik. Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB, warnt vor einer Überregulierung: „Die geplanten Regelungen schaffen keinen echten Mehrwert, sondern führen zu einer Zwitterform zwischen stationärer und ambulanter Pflege.“ Bestehende ambulant betreute Wohngemeinschaften würden benachteiligt, individuelle Lösungen ausgebremst. Knieling fordert stattdessen „mehr Freiheit bei der Gestaltung von Versorgungsformen – ohne starre Vorgaben und festgelegte Refinanzierungsstrukturen“.
Auch Krankenkassen äußern Bedenken. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) befürwortet zwar grundsätzlich die erweiterten Kompetenzen für Pflegefachpersonen, hält die neuen Wohnformen aber für „unnötig komplex“ und warnt vor zusätzlicher Bürokratie. Bestehende Pflege-Wohngemeinschaften würden geschwächt, statt gestärkt.
Der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) teilt die Kritik. Geschäftsführer Andreas Wedeking nannte das Ziel, alternative Pflegeangebote zu fördern, zwar richtig, den Weg dorthin jedoch falsch gewählt. „Anstatt neue Strukturen mit zusätzlicher Bürokratie aufzubauen, sollte die Politik bewährte Wohn- und Versorgungsformen weiterentwickeln und Pflege-Wohngemeinschaften gezielt stärken“, sagte Wedeking. Die Unterstützung müsse sich „am Bedarf der Menschen orientieren, nicht an der Wohnform“.
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