Exklusiv
Hier spricht Heiber: Hauswirtschaftliche Leistungen nicht unterschätzen!
Pflegedienste, die hauswirtschaftliche Leistungen reduzieren oder ablehnen oder sogar kündigen, handeln laut dem Unternehmensberater Andreas Heiber weder strategisch noch wirtschaftlich. Der Experte macht das in seiner HP-Kolumne deutlich.
Andreas Heiber eröffnet seinen Diskurs in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“ mit einem Praxis-Beispiel. Ein Pflegedienst habe kürzlich einer Kundin, die bislang hauswirtschaftliche Leistungen im Rahmen der Entlastungsleistung bezog, gekündigt. Die Begründung habe gelautet, dass das gesetzliche Budget der Entlastungsleistung mit 125 Euro sehr gering budgetiert sei, weshalb den Kundinnen und Kunden ein sehr geringer Leistungsanspruch zustehe, der für Pflegedienste wiederum nur schwer zu verplanen und umzusetzen sei. Eine Lösung bei der Inanspruchnahme zusätzlicher Pflegeleistungen, sei hingegen möglich.
Begründung erschließt sich nicht
„Solche Empfehlungen und Strategien kursieren in der Branche, wobei es unklar ist, auf welcher inhaltlichen Basis diese Strategie fußt“, ärgert sich Heiber. Allein schon die Begründung erschließe sich nicht, da im Regelfall die hauswirtschaftlichen Leistungen von anderen Mitarbeitenden/Teams durchgeführt würden als die Grundpflegeleistungen. Daher gebe es faktisch keinerlei Synergieeffekte, die zum Tragen kommen könnten. Oft seien es sogar „getrennte“ Abteilungen, die die Leistungen erbringen.
Darüber hinaus gelte es noch einen anderen Aspekt zu berücksichtigen: „Wer Entlastungsleistungen erbringt, ist bei den Kund:innen präsent, wird folglich auch die Beratungsbesuche und evtl. Schulungen nach § 45 erbringen können und möglicherweise im nächsten Schritt Leistungen der Verhinderungspflege und dann Sachleistungen“, so der Unternehmensberater und Pflegeexperte. „Pflegedienste, die hauswirtschaftliche Leistungen wie oben beschrieben reduzieren oder ablehnen oder sogar kündigen, handeln daher weder strategisch noch wirtschaftlich.“ Denn je breiter die Basis der potenziellen späteren Sachleistungskund:innen sei, um so größer sei auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann beim Pflegedienst angefragt würden.
Lesen Sie den ganzen Beitrag in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift „Häusliche Pflege“.
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