Aus- und Weiterbildung

Kein klarer Trend zu Abwanderung in Krankenpflege erkennbar

Nach einer Ausbildungsreform in der Alten- und Krankenpflege haben im vergangenen Jahr 1024 Pflege-Azubis in Thüringen die Abschlussprüfung in Angriff genommen. Das entspricht etwa dem Niveau der Jahre vor der Reform, wie aus Zahlen des Thüringer Sozialministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Pflegeausbildung ist inzwischen mit mehr als 61.000 Azubis der größte Ausbildungsberuf in Deutschland. Foto: Adobe Stock/Gerhard Seybert

Die Berufsausbildung in den verschiedenen Pflege-Einsatzgebieten war 2020 bundesweit vereinheitlicht worden. Bei Altenpflegeanbietern auch in Thüringen hatte es deshalb Skepsis gegeben. Sie sorgten sich unter anderem, die inhaltlich breiter ausgebildeten Pflegekräfte an Krankenhäuser zu verlieren, die ebenfalls händeringend nach Personal suchen. Zum anderen wurde befürchtet, wegen der anspruchsvollen Ausbildung kaum noch Auszubildende für die Altenpflege zu bekommen, wie es vom Deutschen Roten Kreuz in Thüringen hieß.

Zumindest beim DRK Landesverband Thüringen ist nach Angaben von Sprecher Dirk Bley momentan kein klarer Trend zu einer Abwanderung in die Krankenpflege erkennbar. „Es gibt Pflegekräfte, die in die Krankenpflege wechseln, aber auch Wechsel vom Krankenhausbereich in die Pflege.“ Dies sei vor allem eine Gehaltsfrage, wobei die Vergütungsunterschiede zwischen Kranken- und Altenpflege wegen der Tariferhöhungen in den vergangenen Jahren nicht mehr so enorm seien.

Zeitgleich mit der Ausbildungsreform ist in Thüringen auch das Schulgeld für Azubis an nichtstaatlichen Schulen weggefallen. Stattdessen wird die Ausbildung nun über einen von Land, Krankenkassen und Pflegeeinrichtungen finanzierten Fonds ermöglicht. Lehreinrichtungen erhalten einen bestimmten Betrag je Ausbildungsplatz. 2023 standen aus diesem Fonds nach Angaben des Landesverwaltungsamtes rund 141,7 Millionen Euro zur Verfügung.