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„Schädlich und schlecht recherchiert“ – bad kritisiert Focus-Bericht

Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen hat den kürzlich veröffentlichten Focus-Bericht „Wie die Pflege-Mafia unser marodes System ausnutzt – und uns allen schadet“ deutlich kritisiert. Der Bericht verunglimpft und diffamiert in polemischer sprachlicher Form und zu Unrecht eine ganze Branche, so der Verband jetzt in einer Pressemitteilung. 

Im vom bad kritisierten Artikel vom 14. Mai geht es um Betrug bei der Abrechnung, gepanschte Arzneien und den Missbrauch von Versichertenkarten bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Bild: Adobe Stock/pusteflower9024

Im Artikel vom 14. Mai geht es um Betrug bei der Abrechnung, gepanschte Arzneien und den Missbrauch von Versichertenkarten bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse im vergangenen Jahr durch Pflegeunternehmen. Dadurch sei ein Millionenschaden verursacht worden. Insgesamt gehe es um rund 3,5 Millionen Euro – das sei die bislang dritthöchste Jahressumme, teilte die KKH mit. 2022 lag der Schaden bei mehr als einer Million Euro. Die mit knapp 1,9 Millionen Euro höchste Schadenssumme verursachten ambulante Pflegedienste, gefolgt von Apotheken mit gut einer Million Euro.

Neben den häufig unsachlichen, kritischen Bewertungen des Autors lasse der Artikel ausschließlich weitere scharfe Kritiker zu Wort kommen und verzichtee auf eine ausgewogene und differenzierte Berichterstattung, offensichtlich mit dem Ziel einer dramatischen Skandalisierung, kritisiert der bad.

„Das so in dem Artikel gezeichnete Bild von der Pflege ist falsch. Es suggeriert, dass professionelle Pflege von Angst, Betrug und einem hohen Maß an menschenverachtender Kriminalität dominiert werde. Das Gegenteil ist der Fall! Der überwiegende Teil sowohl der pflegebedürftigen Menschen, die professionell pflegerisch versorgt werden, als auch der Pflegeeinrichtungsbetreiber und Pflegekräfte, sind rechtstreue Menschen, die jeden Tag mit großem Engagement Ihr Bestes geben“, betont Andrea Kapp, Bundesgeschäftsführerin des bad.

Kapp sieht die Branche mal wieder unter Generalverdacht und wirft die Frage auf, was das Ziel des Artikels ist: „Der Fokus wird ausschließlich auf die wenigen, aber zugegeben spektakulären Fälle gelegt, die als „schwarze Schafe“ anzusehen sind. Das wird der Realität in der Pflege nicht gerecht, schürt bei pflegebedürftigen Menschen unbegründete Ängste und schreckt Menschen zu Unrecht davon ab, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen.“