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Loheide: „Wir brauchen verbindliche Quotenregelung“

Obwohl bis zu 75 Prozent der Beschäftigten in der Pflege weiblich sind, spiegelt sich dieser Anteil in den Führungsetagen nicht wider. Maria Loheide fordert strukturelle Veränderungen, mehr Förderung und verbindliche Maßnahmen, um das vorhandene Potenzial besser zu nutzen und die Branche zukunftsfähig aufzustellen.

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Maria Loheide, Mitinitiatorin des Netzwerks „Frauen in Führung in Kirche und Diakonie“ Foto: Diakonie, Thomas Meyer

Frauen tragen die Pflege – doch in Leitungsfunktionen sind sie weiterhin deutlich seltener vertreten. „Männer, die in der Pflege arbeiten, übernehmen vergleichsweise häufiger und oft auch schneller Leitungsfunktionen“, sagt Maria Loheide in einem aktuellen Interview für die Zeitschrift Häusliche Pflege. Das sei kein Zufall, sondern Ergebnis „gewachsener Rollenbilder und bestehender Strukturen“. Dabei verfüge die Branche über viele hochqualifizierte Frauen, deren Kompetenzen bislang zu wenig in Führung eingebracht würden.

Mehr Förderung, Netzwerke und verbindliche Maßnahmen gefordert

Die frühere Sozialpolitik-Vorständin der Diakonie Deutschland plädiert für gezielte Frauenförderung und strukturelle Veränderungen. „Es reicht nicht aus, Führungsstellen auszuschreiben und darauf zu hoffen, dass sich genügend Frauen bewerben.“ Notwendig seien aktive Ansprache, Mentoring, Coaching und Personalentwicklung. Auch Netzwerke spielten eine zentrale Rolle, um Sichtbarkeit zu schaffen und Frauen zu stärken.

Darüber hinaus spricht sie sich für verbindliche Instrumente aus: „Meines Erachtens ist auch eine verbindliche Quotenregelung erforderlich.“ Gleichzeitig müssten Rahmenbedingungen verbessert werden – etwa durch flexible Arbeitszeiten, verlässliche Kinderbetreuung und eine gerechtere Verteilung von Carearbeit.

Vereinbarkeit bleibt zentrale Herausforderung

Die Vereinbarkeit von Familie und Karriere bezeichnet Loheide als eines der größten Hindernisse. „Solange Kinderbetreuung nicht zuverlässig funktioniert und Betreuungszeiten wenig flexibel sind, tragen leider noch immer überwiegend Frauen den größten Teil der familiären Organisation.“ Das wirke sich direkt auf Karrierechancen aus.

Führung dürfe daher nicht an starren Modellen scheitern. Vielmehr brauche es politische Unterstützung, engagierte Arbeitgeber und eine entsprechende Unternehmenskultur. Veranstaltungen wie „Frauen führen Pflege“ könnten zusätzlich dazu beitragen, Frauen zu vernetzen, zu ermutigen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. „Die Pflege braucht gute Führung – und viele Frauen bringen dafür hervorragende Voraussetzungen mit“, so Loheide.

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