Personal
Bundesagentur für Arbeit: Anteil ausländischer Pflegekräfte steigt
Der Anteil der beschäftigten Pflegekräfte mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit ist in den letzten zehn Jahren erheblich gestiegen. Während vor einem Jahrzehnt nur rund fünf Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte Ausländer:innen waren, hat sich dieser Anteil bis 2023 auf 16 Prozent erhöht.
Laut der aktuellen Publikation „Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich“ der Bundesagentur für Arbeit waren 2023 in Deutschland knapp 1,8 Millionen Pflegekräfte erwerbstätig, darunter fast 1,7 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der Großteil der Pflegekräfte, etwa zwei Fünftel, ist in Kliniken und Krankenhäusern beschäftigt. In der stationären Pflege arbeiten 30 Prozent und in der ambulanten Pflege 17 Prozent der Beschäftigten.
195.000 der insgesamt 270.000 neu eingestellten Pflegekräfte sind aus dem Ausland. Dieser Anteil liegt über dem Durchschnitt aller Berufe in Deutschland. Seit 2022 wird das Wachstum der Beschäftigtenzahl in der Pflege ausschließlich durch ausländische Arbeitskräfte getragen.
Angesichts des akuten Fachkräftemangels in der Pflegebranche setzt diese zunehmend auf ausländische Arbeitskräfte. Dabei stellen Sprachbarrieren und die Anerkennung beruflicher Qualifikationen große Herausforderungen dar. Dennoch sind Pflegeberufe in Deutschland für europäische Ausländer attraktiv. Die Zahl der Pflegekräfte, die im Zuge der EU-Freizügigkeit nach Deutschland gekommen sind, hat sich in den letzten zehn Jahren um 55.000 auf 94.000 erhöht.
Für Pflegekräfte aus Nicht-EU-Staaten bestehen vergleichsweise hohe Hürden bei der Arbeitsaufnahme, insbesondere durch die Anforderungen an Qualifikationen und die Anerkennung von Abschlüssen. Im Rahmen der Westbalkanregelung, die zunächst bis Ende 2023 befristet und durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2.0 entfristet wurde, sind diese Hürden für bestimmte Staaten erheblich gesenkt worden. Die Zahl der Pflegekräfte aus den Westbalkanstaaten hat sich seit 2015 auf 47.000 vervierfacht.
Zur weiteren Entlastung des Fachkräftemangels werden vermehrt Pflegekräfte aus außereuropäischen Ländern angeworben, unter anderem durch das „Triple Win“-Programm. Seit Beginn dieses Projekts im Jahr 2013 hat sich die Zahl der Pflegekräfte aus Bosnien-Herzegowina, den Philippinen, Tunesien, Indonesien, Indien und Jordanien von knapp 5.000 auf über 42.000 erhöht. Auch Menschen aus Vietnam werden seit 2019 in das Programm einbezogen, und deren Zahl hat sich seitdem auf knapp 4.000 mehr als verdoppelt.
Auch Geflüchtete finden immer wieser eine Tätigkeit in der Pflege. Im Juni 2023 waren 23.000 Pflegekräfte aus den acht zuzugstärksten Asylherkunftsländern in der Pflege beschäftigt, im Vergleich zu weniger als 2.000 vor der starken Flüchtlingszuwanderung im Jahr 2015. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ausländern in der Pflege liegt derzeit bei knapp 9 Prozent, etwas unter dem Durchschnitt über alle Berufe hinweg. Bemerkenswert ist der vergleichsweise niedrige Frauenanteil von 44 Prozent unter den Pflegekräften aus diesen Ländern.
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