Pflegemanagement

Diakonie Hessen: Über die Hälfte erwartet schlechteres Betriebsergebnis

Keine Besserung in Sicht: Dies zeigt eine Umfrage unter den diakonischen Einrichtungen in der Langzeitpflege der Diakonie Hessen. Ein Drittel der an der Umfrage teilnehmenden Einrichtungen der Langzeitpflege schätzen ihre Situation insgesamt schlechter ein als noch im Vorjahr.

Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen Foto: GabyGerster

„Die Situation in der Pflege ist mehr als nur ernüchternd. Das Leistungsangebot ist stark gefährdet“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, zu den Umfrageergebnissen. „Die Pflege krankt. Unsere Pflegeeinrichtungen müssen immer häufiger von Monat zu Monat ihre Finanzierung neu ausrichten. So mangelt es schon seit Jahren an Personal – seien es Fach- oder Nachwuchskräfte. Dazu kommt, dass die Einrichtungen viel zu lange auf ihr mühsam verdientes Geld warten müssen, weil Sozialämter und Kostenträger oft erst verzögert zahlen. Dafür fehlen den Pflegeeinrichtungen aber finanzielle Rücklagen. Gleichzeitig müssen unsere Mitgliedseinrichtungen investieren, um rentabel zu bleiben und sich für die Zukunft gut aufzustellen.“

Die Auswertung der Mitgliederumfrage zeigt: Fast die Hälfte der ambulanten und ein Viertel der stationären Mitgliedseinrichtungen befinden sich in einer finanziellen Schieflage. Auch der Blick in die Zukunft ist pessimistisch: Über die Hälfte der ambulanten und mehr als ein Drittel der Teilnehmenden gehen davon aus, dass ihr Betriebsergebnis für dieses Jahr schlechter als 2023 ausfällt. So können 78 Prozent der teilnehmenden ambulanten Dienste ihr Leistungsangebot nicht ausschöpfen.

Das heißt, dass sie weniger Pflegebedürftige betreuen können, als es eigentlich möglich wäre. Dies liegt vor allem an fehlenden Fach- und Arbeitskräften, aber auch an Klienten und Klientinnen, die sich die Leistungen wegen der gestiegenen Kosten nicht länger leisten können. Hinzu kommen nicht auskömmlich finanzierte Entgelte für die erbrachten Leistungen. Carsten Tag: „Bleiben Reformen aus, geht dies zulasten der Pflegeeinrichtungen und der zu pflegenden Menschen.“